„Vertrauensvoller Austausch und vernetztes Handeln bringt deutsche Unternehmen sicher in die Zukunft!“

4. September 2018 | Themenbereich: Security | Drucken

Rund 300 Vertreter aus Unternehmen, Verbänden, Sicherheitsbehörden und Forschungseinrichtungen nahmen am 4. September 2018 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin an der Wirtschaftsschutzkonferenz 2018 teil. Unter dem Titel „Mit Sicherheit in die Zukunft“ ging es um die gesamte Bandbreite an Bedrohungen, denen deutsche Unternehmen ausgesetzt sind, in der analogen Welt wie auch im Cyberraum.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Prof. Dr. Günter Krings, sowie BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf setzten zu Beginn die Impulse für den anschließenden Dialog von hochkarätigen Vertretern aus Politik, Bundessicherheitsbehörden, den Sicherheitsfachverbänden und Unternehmen sowie aus der Wissenschaft.

„Angesichts physischer Attacken und digitaler Angriffe steigt die Verwundbarkeit deutscher Unternehmen“, so Staatssekretär Krings. „Denken Sie an das Internet der Dinge, Maschine-zu-Maschine-Kommunikation und Produktionsstätten, die immer intelligenter werden, und natürlich auch an den Faktor Mensch, der auch im digitalen Zeitalter bedeutsam bleibt. Entscheidend ist, dass deutsche Unternehmen – ob groß oder klein – Sicherheit als Qualitätsmerkmal begreifen und Sicherheit zur Chefsache machen!“.

BDI-Präsident Kempf unterstrich in seiner Rede die Bedeutung von Unternehmenssicherheit für den Wirtschaftsstandort Deutschland und stellte die sicherheitspolitische Bedeutung von ausländischen Direktinvestitionen in den Fokus: „Die westlich-liberale Marktwirtschaft hat mit Offenheit für Investitionen eine einzigartige wirtschaftliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Protektionismus und Abschottung haben keine Zukunft. Industriepolitische Interventionen sollten und dürfen deshalb nur die Ausnahme sein und müssen auf den Schutz der nationalen Sicherheit abzielen. Gleichzeitig sind wir gefordert, der illegalen, kriminellen Aneignung von Wissen und geistigen Eigentums durch wen, weshalb und woher auch immer entschieden entgegenzutreten. Wirtschaftsspionage muss entschlossen bekämpft werden.“

Zur Konferenz eingeladen hatte die „Initiative Wirtschaftsschutz“, die durch das Bundesinnenministeriums koordiniert wird. Darin haben sich vor zwei Jahren die führenden Wirtschaftsverbände BDI und DIHK, die Sicherheitsfachverbände ASW und BDSW sowie die Sicherheitsbehörden des Bundes zusammengeschlossen. Das „Dachbündnis“ steht für das geballte Wissen und die gebündelte Kompetenz von Staat und Wirtschaft im Kampf gegen die vielfältigen Bedrohungen, denen sich deutsche Unternehmen gegenübersehen. Der Dialog hat sich deutlich intensiviert, der Informationsaustausch über Bedrohungslagen und Schutzmöglichkeiten zugenommen.

Rednerinnen und Redner bei der Wirtschaftsschutzkonferenz 2018 waren u.a. die Präsidenten und Vizepräsidenten der Sicherheitsbehörden und Sicherheitsfachverbände, Unternehmensvorstände und Leiter der Konzernsicherheit, die Vorsitzende des Ausschusses für Inneres und Heimat, Vertreter aus der Wissenschaft und abschließend der Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Dr. Hendrik Hoppenstedt.

Interviews, kleine Gesprächsrunden und Foren zu den Themen China, Cybercrime und Sicherheit in den Lieferketten machten deutlich: sich allein mit Produkten „Made in Germany“ an die Spitze des Weltmarkes zu stellen, genügt nicht. Diese „Kronjuwelen“ müssen auch wirksam geschützt werden. Bedroht werden deutsche Unternehmen auf vielfältige Weise: durch Terrorismus, Spionage, Konkurrenzausspähung, Diebstahl von Ideen und Daten, durch Erpressung und vieles mehr. Dabei gewinnen die Bedrohungen aus dem Cyberraum immer mehr an Bedeutung. Betroffen sind dabei nicht nur die großen Konzerne, sondern vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen. Um dieser Gefahr begegnen zu können, ist es entscheidend, dass Unternehmen Angriffe melden. Denn nur dann können Sicherheitsbehörden auch ein aussagekräftiges Lagebild erstellen, Abwehrstrategien entwickeln und Täter ermitteln. Darüber hinaus können nur so die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter entwickelt werden, wie z.B. in Gestalt des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0. Für ihren Schutz sind die Unternehmen aber letztlich selbst verantwortlich. Mit der Wirtschaftsschutzkonferenz wollen die beteiligten Akteure deshalb auch dazu beitragen, dass bei Unternehmen und in der Öffentlichkeit das nötige Bewusstsein für die Bedrohungen und die damit verbundenen Risiken für die Wirtschaft aber auch die Gesellschaft insgesamt entsteht.