Umstellung auf blaue Uniform abgeschlossen

31. August 2018 | Themenbereich: Ausrüstung, Bayern, Polizei | Drucken

Seit 1. August 2018 ist die Auslieferung der neuen blauen Standarduniformen bei der Bayerischen Polizei und der Justiz offiziell abgeschlossen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback sind mit der Umstellung sehr zufrieden. „Insgesamt haben wir rund 27.500 Polizistinnen und Polizisten sowie etwa 5.600 Justizbeamtinnen und -beamte ausgestattet. Das hat sich gelohnt: Die neuen Uniformen zeichnen sich durch deutlich mehr Funktionalität, eine bessere Passform und einen sehr guten Tragekomfort aus“, betonten die beiden Minister heute in München zum Abschluss des Kooperationsprojekts. Die Umstellung kostet für den Polizeibereich insgesamt rund 33 Millionen Euro, für den Justizbereich rund 7,1 Millionen Euro.

Praxis- und Außendiensttauglichkeit

Wie Herrmann erklärte, stand bei der neuen Uniform der Bayerischen Polizei eine möglichst große Praxis- und Außendiensttauglichkeit im besonderen Fokus: „Die neue Uniform mit hochmodernen atmungsaktiven Textilien unterstützt unsere Polizistinnen und Polizisten zu jeder Jahreszeit bei Wind und Wetter, bestmöglich für unsere Sicherheit zu sorgen.“ Zusätzlich gebe es Schnitte, mit denen sich auch Polizistinnen wohlfühlen. Von der neuen Uniform profitieren nicht nur die Beamten im uniformierten Streifendienst. „Wir statten Uniformträger in allen Sparten der Bayerischen Polizei mit einer funktionalen und farblich angepassten Dienstkleidung aus“, erklärte Herrmann. Der neue Einsatzanzug für die ‚geschlossenen Einsatzeinheiten‘ der Bayerischen Polizei wurde bereits zum G7-Gipfel 2015 in Elmau ausgeliefert und bietet einen erhöhten Sicherheitsstandard mit innenliegenden Protektoren und besonderen flammhemmenden Stoffen. Ebenfalls bereits neu eingekleidet sind beispielsweise die Motorradfahrer der Bayerischen Polizei. Für die Fahrradstreifen läuft derzeit ein sechsmonatiger Trageversuch. Außerdem werden momentan die neuen Kollektionen für die Diensthundeführer und ‚Alpinen Einsatzgruppen‘ erarbeitet.

Auch die Justizbeamtinnen und -beamten wurden mit der neuen blauen Dienstkleidung ausgestattet. Justizminister Bausback: „Unsere uniformierten Kolleginnen und Kollegen repräsentieren die Justiz nach außen. Sei es als Werkmeister, als Krankenpfleger, als Vollzugsbeamter in einer Justizvollzugsanstalt oder als Justizwachtmeister in einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft – sie sind das Gesicht unserer bayerischen Justiz! Umso wichtiger war es mir, dass sie eine moderne, starke Justiz verkörpern. Und ich finde: Das ist uns mit der neuen Uniform hervorragend gelungen!“

Auf Herz und Nieren geprüft

Zur Auswahl der neuen Polizeiuniform hatte Herrmann Ende 2013 eine Projektgruppe unter der Leitung des damaligen Polizeivizepräsidenten Anton Scherl vom Polizeipräsidium Niederbayern mit erfahrenen Polizisten, Bekleidungsexperten, Arbeitsmedizinern, Fachkräften für Arbeitssicherheit, Ausschreibungsexperten und Logistikfachleuten eingerichtet, an der sich auch die Justiz für ihren Bereich mit viel Herzblut beteiligte. In einem Vorauswahlverfahren begutachteten Anfang 2014 rund 550 repräsentativ ausgewählte Polizistinnen und Polizisten sowie 100 uniformierte Justizbeamtinnen und –beamte ausgiebig elf Uniformkonzepte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Mit den beiden Favoriten, der Dienstkleidung der österreichischen Bundespolizei sowie der baden-württembergischen Polizeiuniform, schloss sich dann Mitte 2014 ein achtmonatiger Trageversuch an, bei dem 600 repräsentativ ausgewählte Kolleginnen und Kollegen von Polizei, Justizvollzug und Justizwachtmeisterdienst die Konzepte in jeder Jahreszeit auf Herz und Nieren prüften. „Letztlich hat das österreichische Modell als Basis für unsere neue Uniform überzeugt, das entsprechend der bayerischen Bedürfnisse noch angepasst wurde“, erklärte Herrmann. Die Farbentscheidung fiel im März 2015. Rund zwei Drittel der abstimmenden Kolleginnen und Kollegen der Bayerischen Polizei und Justiz sprachen sich für blaue Uniformen aus.

Personelle Verstärkung

Laut Herrmann wird über die neue Uniform hinaus massiv in die Bayerische Polizei investiert. Als Beispiele nannte der Minister die ballistische Schutzausstattung, Bodycams, Taser, Drohnen und neue Dienstfahrzeuge sowie die diesen September beginnende Auslieferung der neuen Dienstpistole. Der Sach- und Bauhaushalt der Bayerischen Polizei stieg von 329 Millionen Euro in 2013 auf 507 Millionen Euro in 2018. Ganz besonders wichtig ist dem Innenminister auch die personelle Verstärkung. Von 2017 bis 2023 sind insgesamt 3.500 zusätzliche Polizeistellen geplant. „Mit unserer gut ausgestatteten und personalstarken Polizei werden wir auch in Zukunft dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger in Bayern sicherer leben können, als anderswo“, lautete Herrmanns Fazit.