Mit konsequentem Einschreiten Sportgewalttätern die Bühne nehmen

23. August 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Angesichts erster Gewaltvorfälle rund um die noch junge Profifußball-Saison befürchtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine anstrengende und gefährliche Spielzeit für die polizeilichen Einsatzkräfte. „Unsere Kolleginnen und Kollegen der Landespolizeien und der Bundespolizei werden auch in dieser Saison mit einem hohen Kräfteansatz die An- und Abreise zu Fußballspielen und die Sicherheit an und gegebenenfalls auch in den Stadien gewährleisten müssen“, betonte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Hannover vor dem Start der 1. Bundesliga. Nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) waren in der Saison 2016/17 statistisch gerechnet 1.723 Polizistinnen und Polizisten (in der Vorsaison: 1.607) ausschließlich mit dem Schutz von Fußballspielen der drei Profiligen beschäftigt. Der ZIS-Bericht für die vergangene Spielzeit wird erst im Herbst erwartet.
Minderheit kapert den Fußball

Radek mahnte die Fußballverbände und -Clubs, ihren Sport nicht von gewaltsuchenden Tätern kapern zu lassen. „Im Vergleich zu den Millionen echten Fußballfans hierzulande ist die Gruppe der Sportgewalttäter eine verschwindend geringe Minderheit. Eine Minderheit jedoch, die auch weiterhin große Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, wenn Vereine und Verbände nicht konsequent einschreiten“, verdeutlichte der GdP-Vize.

Der Gewerkschafter begrüßte in diesem Zusammenhang zwar die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorgestellte Vereinheitlichung von Strafen für sogenannte Fanvergehen, zeigte sich aber skeptisch bei der Ermittlung der Täter. „Die Vereine wollen selbstverständlich die Bußgelder – und das kann ja in die Tausende Euro gehen – nicht selbst zahlen. Um die Täter aber beweissicher zu überführen, sind modernste Videotechnik und gut geschulte Sicherheitsdienstmitarbeiter notwendig.“ Nicht jeder Verein, so Radek, vor allem in den unteren Ligen, verfüge jedoch über die Mittel für diese technische Aufrüstung und personelle Ausstattung.

Verantwortung tragen GdP-Vize Radek zufolge jedoch auch die Fußballprofis selbst. Das teils an schlechtes Boulevard-Theater erinnernde Verhalten mancher Spieler auf dem Platz schüre Aggressionen auf den Rängen. Den Spielern müsse stets klar sein, dass sie sich unter dem Brennglas der Öffentlichkeit befänden und vor allem Kindern als Vorbilder dienten. „Fairness im Sport ist keine hohle Phrase, sondern eine Grundvoraussetzung für echten Wettkampf. Wer sich als unverdienter Verlierer sieht, will womöglich seine angestaute Wut an anderer Stelle loswerden – auch gegenüber der Polizei.“