Innenminister besucht Kampfmittelzerlegeeinrichtung der Sächsischen Polizei

20. August 2018 | Themenbereich: Polizei, Sachsen | Drucken

Innenminister Professor Dr. Roland Wöller hat heute die Kampfmittelzerlegeeinrichtung der sächsischen Polizei in Zeithain (Landkreis Meißen) besucht. Dort ließ er sich die fach- und umweltgerechte Vernichtung der Kampfmittel zeigen und dankte den Mitarbeitern für ihre besonnenen und hochprofessionellen Einsätze der vergangenen Jahre.
„Die Mitarbeiter vom Kampfmittelbeseitigungsdienst haben den vermutlich gefährlichsten Job in ganz Sachsen“, sagte der Innenminister heute bei seinem Vor-Ort-Besuch. „Nur dank ihres Mutes, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung aber auch ihrer Besonnenheit kam es in den vergangenen Jahren zu keinen schweren Zwischenfällen mit großen Sach- oder Personenschäden. Und das, obwohl in Sachsen jährlich über 150 Tonnen Kampfmittel wie Munition, Sprengstoffe und Waffen geborgen, entschärft und beseitigt werden müssen. Für diese besonnene und hochprofessionelle Arbeit gebührt allen Kollegen des sächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes unser aller Dank“, so Wöller weiter.
In der Kampfmittelzerlegeeinrichtung werden die geborgenen Bomben, Granaten, Minen und Raketen zwischengelagert und fachgerecht entsorgt. Kleinkalibrige Munition wird durch Ausbrennen in speziellen Öfen, großkalibrige Munition durch Zersägen und anschließendem Verbrennen des Explosivstoffes vernichtet. Die entstehenden Abgase werden durch eine zertifizierte Abgasreinigungsanlage gereinigt. Die verbleibenden Metallteile der Kampfmittel können dann problemlos über den normalen Recyclingprozess verschrottet werden.

In Sachsen trägt der Staatshaushalt die Kosten für die Abwehr von Gefahren durch Kampfmittel, insbesondere für das Bergen, den Transport und die Vernichtung sowie die Suche nach Kamfmitteln bei begründeten Verdachtspunkten. Nur in Ausnahmefällen z.B. bei unbegründetem Gefahrenverdacht, oder auf Antrag von Privatpersonen auf Kampfmittelsuche z.B. auf Baugrund werden die Kosten umgelegt. Der Freistaat Sachsen hat im vergangenen Jahr ca. 6,5 Millionen Euro für die Beseitigung von Kampfmitteln ausgegeben.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen (KMBD) beschäftigt aktuell 25 Mitarbeiter, darunter fünf aktive Sprengmeister und zwei Sprengmeister in Ausbildung. Allein im Jahr 2017 hat der KMBD bei mehr als 760 Einsätzen rund 150 Tonnen Munition, Sprengstoffe und Waffen im Freistaat sicher geborgen, entschärft und beseitigt.