Herrmann zieht Bilanz zur automatisierten Kennzeichenerkennung

20. August 2018 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

 

Die Fahndungserfolge mit den Anlagen der automatisierten Kennzeichenerkennung (AKE) sind zahlreich und vielfältig. Deshalb bezeichnete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung einer neuen Einsatzvariante der AKE das Fahndungsinstrument als unverzichtbar für die Bayerische Polizei. So konnten nicht nur zahlreiche gestohlene Kraftfahrzeuge, sondern auch erhebliche Mengen Rauschgift sichergestellt werden. „Unsere Polizisten konnten auch Schleusungen aufdecken und Diebesbanden dingfest machen und damit weitere Wohnungseinbrüche verhindern.“ Sogar ein Vergewaltiger und ein Terrorverdächtiger seien gefasst worden. „Die Effizienz der AKE ist mehr als eindeutig“, erklärte Herrmann. „Deshalb testen wir derzeit eine neue Einsatzvariante, die im Dachbalken des Streifenwagens installiert ist.“ Außerdem sind nach Herrmanns Worten für die bayerische Grenzpolizei vier weitere Stativanlagen bestellt, die demnächst für zusätzliche Sicherheit im Grenzgebiet eingesetzt werden. „Weiterhin planen wir eine Ausrüstung von drei weiteren Standorten mit stationären AKE-Anlagen.“

Eingesetzt werden die Anlagen insbesondere auf Routen des internationalen Verkehrs, die auch von grenzüberschreitend agierenden Straftätern intensiv genutzt werden. Aktuell verfügt die bayerische Polizei über 19 stationäre AKE-Anlagen, die an 12 Standorten betrieben werden und 33 Fahrspuren überwachen. Darüber hinaus stehen zwei Anlagen für den mobilen Einsatz zur Verfügung. Herrmann betonte, wenn sich keine Übereinstimmung des Kennzeichens mit dem Fahndungsbestand ergebe, werde das Bild vollautomatisch sofort und unwiederbringlich in Bruchteilen einer Sekunde gelöscht. Nur wenn beim Abgleich der Daten eine Übereinstimmung erkannt werde, erhält die Einsatzzentrale oder das beim mobilen Einsatz angeschlossene Notebook eine Information. Ein Polizeibeamter überprüft nochmals visuell, ob das abgelesene Kennzeichen mit dem Fahndungsbestand übereinstimmt. Erst dann ergeben sich bei einem tatsächlichen Treffer weitere polizeiliche Maßnahmen.

Monatlich passieren nach den Angaben des bayerischen Innenministers rund 8,5 Millionen Fahrzeuge die AKE-Anlagen der Bayerischen Polizei. Weit mehr als 99 Prozent der ausgelesenen Kennzeichen werden an dieser Stelle bereits vollautomatisch ausgesondert und dann sofort und unwiederbringlich gelöscht, da sie nicht mit dem Fahndungsbestand übereinstimmen. Letztendlich kommt es in ungefähr 850 Fällen pro Monat zu einem Polizeieinsatz, bei dem die Fahrzeuge in der Regel verfolgt und angehalten werden.

So konnten im Bereich gestohlener Kraftfahrzeuge zahlreiche Fahrzeuge sichergestellt und so deren Verschiebung ins Ausland verhindert werden. „Nach AKE-Treffern konnten unsere Fahnder auch erhebliche Mengen Rauschgift sicherstellen“, ergänzte Herrmann. Neben Festnahmen von Schleusern und Diebesbanden gelangen der Polizei in der jüngsten Zeit weitere spektakuläre Fahndungserfolge. So wurde im März 2018 ein wegen Diebstahls ausgeschriebener Kleintransporter erfasst. Nach längerer Verfolgungsfahrt und Festnahme des Fahrers stellte sich heraus, dass er die Frau zuvor entführt und vergewaltigt hatte. Bei einer anderen Kontrolle ging der Polizei ein durch Belgien zur Festnahme wegen Aktivitäten mit Terrorismusbezug ausgeschriebener Fahrer ins Netz.