Wie wird man Schulweghelfer?

17. August 2018 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Mehr als 31.500 ehrenamtliche Helferinnen und Helfern haben sich letztes Jahr in Bayern als Schülerlotsen, Schulweghelfer, Schulbuslotsen und -begleiter tagtäglich für die Sicherheit unserer Schulkinder engagiert. Bayerns Innenminister Jochim Herrmann: „Das ist eine beachtliche Zahl, jeder zweite Schulweghelfer Deutschlands war in Bayern tätig. Und der Einsatz lohnt sich. In ganz Bayern gab es an keinem von einem Schulwegdienst betreuten Übergang jemals einen schweren oder gar tödlichen Schulwegunfall.“ Herrmann will deshalb noch mehr Helfer für die Sicherheit auf Bayerns Schulwegen gewinnen und ruft dazu auf: „Wenn Sie mithelfen wollen, den Schulweg sicherer zu machen, wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche Schule, Ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung oder an die örtliche Polizei.“

Herrmann bezeichnete den Einsatz der ehrenamtlichen Schulwegdienste (Schulweghelfer und Schülerlotsen) für einen möglichst sicheren Schulweg als besonders wichtiges Element der Schulwegsicherheit in Bayern. „Durch ihren Einsatz werden die Risiken bei der Überquerung stark befahrener Straßen deutlich gemindert.“ Leider müsse man immer wieder beobachten, dass Ampeln, Zebrastreifen oder in die Straße eingebaute Querungshilfen allein noch keine Gewähr für einen sicheren Übergang darstellen. So kommt es zuweilen vor, dass rote Ampeln und Fußgängerüberwege von Autofahrern einfach ignoriert würden. Immer wieder gibt es Probleme mit Verkehrsrowdies oder fehlender Einsicht auch bei Schulkindern. Andererseits seien Kinder auf dem Schulweg noch nicht jeder Situation gewachsen. Sie bedürften also besonderer Hilfe und besonderem Schutz. Herrmann: „Es ist deshalb besonders wichtig, dass sich künftig noch mehr Freiwillige für dieses Ehrenamt begeistern. Ich richte daher einen Appell an alle Interessierten, sich für den Schulweghelfer-Dienst zum Wohle der Schulkinder zur Verfügung zu stellen. Leider sind nicht immer genügend Schulweghelfer vorhanden, um den täglichen Bedarf sicherzustellen.“

Die Gewinnung dieser ehrenamtlicher Helfer ist für die Schulen, die Kommunen, die Polizei, ehrenamtliche Organisationen wie die Landesverkehrs-wacht Bayern e. V., die Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule – Sicher nach Hause“, aber auch für das Kultus- und das Innenministerium eine ständige große Herausforderung. Es finden deshalb in jedem Regierungsbezirk Veranstaltungen zur Gewinnung von Schulweghelfern statt.

Wer kann Schulweghelfer werden?
Durch wen erfolgt die Ausbildung und Einweisung von Schulweghelfern und welche Inhalte werden dabei vermittelt?
Wer sind die Ansprechpartner für ein Tätigwerden eines Kindes als Schülerlotse oder die Mithilfe als Schulweghelfer?

Wer kann Schulweghelfer werden?

Schüler können im Schulwegdienst nur eingesetzt werden

wenn sie sich freiwillig zur Verfügung stellen, mindestens 13 Jahre alt sind (ausnahmsweise 12 Jahre z. B. bei Teilhauptschulen I)
persönlich für den Schulwegdienst geeignet sind und
eine schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorliegt.

Die Benennung von geeigneten Schülern erfolgt durch den Schulleiter in Abstimmung mit den Klassenleitern und dem Verkehrslehrer.

Für die freiwillige Mitarbeit als Schulweghelfer oder Schulbusbegleiter sollen auch geeignete Erwachsene gewonnen werden. Jede Schule sollte eigeninitiativ ebenfalls um die Gewinnung von Schulwegdiensten besorgt sein.
Durch wen erfolgt die Ausbildung und Einweisung von Schulweghelfern und welche Inhalte werden dabei vermittelt?

Die Ausbildung und Einweisung erfolgt durch die Verkehrserzieher der Bayeri-schen Polizei. Folgende Inhalte sind hierbei Gegenstand des Unterrichts:

Die Gefahren des Straßenverkehrs
Die Schulwegdienste
Die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung und die Verhaltensvorschriften für Fußgänger und Radfahrer
Die Verhaltensvorschriften für Kraftfahrer gegenüber Kindern auf dem Schulweg
Verkehrszeichen, Verkehrseinrichtungen, Fahrbahnübergänge
Schulbusse und Schulbushaltestellen
Geschwindigkeit und Anhalteweg
Partner im Straßenverkehr
Verkehrssinnbildung (Gefahrenlehre)
Praktische Übungen

Ausbildung, Einweisung und Fortbildung der Schülerlotsen und der Schulbuslot-sen finden grundsätzlich außerhalb der Unterrichtszeit statt. Die Dauer der Ausbil-dung ist weiter abhängig von den Vorkenntnissen sowie der Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit der zu Unterrichtenden.

Nach erfolgter Ausbildung durch die Verkehrserzieherinnen und Verkehrserzieher der Bayerischen Polizei, erfolgt eine schriftliche Prüfung.

Grundlage der Ausbildung ist das Ausbildungsprogramm für Schulwegdienste.

Jeder ausgebildeten Person wird ein Schulweg-Pass ausgehändigt, in dem das Einverständnis der Erziehungsberechtigten, die Ausbildung, der zugeteilte Einsatzort und die Einsatzzeiten enthalten sind.

Die im Schulwegdienst eingesetzten Personen genießen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz nach § 2 Abs. 1 SGB VII.

Die Mitarbeiter der Schulwegdienste haben keine polizeilichen Befugnisse.
Wer sind die Ansprechpartner für ein Tätigwerden eines Kindes als Schülerlotse oder die Mithilfe als Schulweghelfer?

Die Schule, die das Kind besucht und hier der Verkehrslehrer, der Klassenlehrer oder der Schulleiter
Der Verkehrserzieher bei der örtlichen Polizeidienststelle
Der Örtliche Verkehrssicherheitsbeauftragte – nachzufragen bei der Gemeinde/Stadt/LRA
Wenn vorhanden, die Örtliche Verkehrswacht
Die Landesverkehrswacht Bayern

Ausbildung und Ausrüstung mit Warnkleidung und Kelle sind kostenlos. Während der Tätigkeit besteht Versicherungsschutz.