Hessische Polizei ging in Ferienzeit verstärkt gegen Einbrecher vor

9. August 2018 | Themenbereich: Hessen, Kriminalität | Drucken

Trotz rückläufiger Zahlen im Deliktfeld des Wohnungseinbruchdiebstahls (WED) hat die hessische Polizei auch in diesem Jahr über die Sommerferien wieder ihre Kontroll- und Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs intensiviert. Innenminister Peter Beuth zog zum Ende der polizeilichen Sommerkampagne 2018 eine positive Bilanz. Insgesamt wurden 730 Einsatz- und Kontrollmaßnahmen und damit 20 mehr als noch im Sommer 2017 hessenweit durchgeführt.

„Erfolgreiche Sommerkampagne zum Schutz der Bürger.“

„Die erfolgreiche Arbeit der Polizei in diesem schwer zu bekämpfenden Deliktsfeld hat sich bereits im vergangenen Jahr ausgezahlt. Trotz zehn Prozent weniger Fälle im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls 2017, halten wir den Kontrolldruck weiter hoch. Erneut setzte die Hessische Polizei vor und während der Ferienzeit auf ein breites Maßnahmenbündel, zu dem neben Kontrollen und Prävention auch der stärker täterorientierte Ermittlungsansatz im Rahmen unserer Länderkooperation mit Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zählte“, so Innenminister Peter Beuth.

Insgesamt führte die hessische Polizei (Fachkommissariate, Streifendienst und Bereitschaftspolizei) vom 11. Juni bis zum 5. August 2018 rund 730 Einsatz- und Kontrollmaßnahmen durch. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Kontrollen auf überregionalen Verkehrswegen, im öffentlichen Personennahverkehr, in An- und Verkaufsgeschäften und an regionalen Schwerpunkten. Durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz konnte zudem die in Hessen verstärkt täterorientierte Ermittlungsstrategie unterstützt werden. Zusätzlich vermittelte die Polizei bei knapp 30 landesweit durchgeführten Präventionsveranstaltungen praktische Handlungsanleitungen zum Schutz vor Wohnungseinbruchdiebstahl. Die Polizeiexperten gaben persönlich und über soziale Medien Hinweise, um Bürgerinnen und Bürger schnell und unbürokratisch zu informieren.

Es gelangen der hessischen Polizei in diesem Jahr einige herausragende Erfolge:

In Gießen wurden nach einem versuchten WED am 27.06.2018 durch eine Gegensprechanlage Lichtbilder von zwei Tätern aufgenommen. Nach einer bundesweiten Erkenntnisanfrage konnten die Täter, zwei serbische Kinder einer bekannten Einbrecherfamilie wiedererkannt werden. Beide Beschuldigten waren bereits im Jahr 2017 Gegenstand von Ermittlungsverfahren im Raum Bremen und Niedersachsen. Die beiden Kinder gehören zu einer serbischstämmigen Großfamilie, deren Mitglieder immer wieder in unterschiedlicher Besetzung WED begingen. Bei einer Durchsuchung im Rahmen der Ermittlungen konnte zudem ein Haftbefehl, wegen eines WED in Marburg gegen ein männliches Familienmitglied vollstreckt werden.
Im Rahmen von gemeinsamen Kontrollen von Zivilfahndern der Polizei Hessen und Rheinland-Pfalz auf den Autobahnen im Bereich der Landesgrenze, stoppten die Beamten am Nachmittag des 17.07.2018 auf der A67 bei Einhausen einen 38 Jahre alten Autofahrer. Wie sich nach Überprüfung der Personalien herausstellte, wurde der Fahrer von den polnischen Behörden wegen Eigentumsdelikten und Sexualstraftaten gesucht. Er konnte anschließend mit dem Ziel der Auslieferung von der Polizei festgenommen werden.
In den Monaten April und Mai 2018 kam es im gesamten Frankfurter Stadtgebiet zu einer Häufung von Wohnungseinbrüchen in Mehrfamilienhäuser. Bei den Taten war auffällig, dass sie mit einer Vielzahl von Hebelversuchen an Wohnungstüren durchgeführt wurden und ein Großteil der Taten scheiterte. Im Juni gelang dann die Festnahme dreier bereits in den Fokus geratenen Täterinnen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem von den Beschuldigten mitgeführten Fahrzeug konnte Aufbruchswerkzeug und Schmuck aufgefunden werden, der wiederum einem zuvor begangenen WED zugeordnet werden konnte. Bislang konnten den Täterinnen zwei WED in Frankfurt am Main beweiskräftig zugerechnet werden. Ermittlungen ergaben, dass sie bereits auch in der Schweiz mehrfach aufgrund von Wohnungseinbrüchen polizeilich in Erscheinung getreten waren. Ein internationaler Haftbefehl wurde angeregt.

Neben dem Schwerpunkt dieser Kampagne, nämlich der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls, galt es auch die Bereiche der Eigentums-, Kfz- und Betäubungsmittelkriminalität zu bekämpfen.