Polizei Niedersachsen testet neue und innovative Uniformteile

12. Juli 2018 | Themenbereich: Ausrüstung, Niedersachsen, Polizei | Drucken

Bei der Beschaffung neuer Einsatzmittel und Dienstbekleidung setzt die Polizei Niedersachsen seit Jahren auf eine intensive Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer. Während eines entsprechenden Workshops im vergangenen Herbst wurde dort der Wunsch nach einer Überziehschutzweste geäußert. Gemeinsam mit den teilnehmenden Polizistinnen und Polizisten wurden damals bereits erste Ideen und in der Folge ein fertiges Model entwickelt. Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius hat die Workshop-Ergebnisse am (heutigen) Donnerstag vorgestellt: „Wir setzen auf die Erfahrungen der Polizistinnen und Polizisten aus dem täglichen Dienst. Darum macht es Sinn, sie selbst unmittelbar im Rahmen der Workshops an der Entwicklung neuer Ausrüstungsteile zu beteiligen. Das führt nicht nur zu besseren und im wahrsten Sinne des Wortes tragfähigen Ergebnissen, sondern am Ende auch zu einer größeren Akzeptanz bei der Einführung der neuen Weste.“

Die Überziehschutzweste ermöglicht es, viele Einsatzmittel wie Handschellen, Digitalfunkgeräte oder Smartphones, praktisch zu verstauen. Sie lässt sich außerdem, zum Beispiel für Schreibarbeiten, schnell aus- und wieder anziehen und trägt sich über der Kleidung angenehmer als darunter. Dabei ist der ballistische Schutz, der bisher immer unter der Uniform getragen wurde, bereits in der Weste integriert und ermöglicht ein hohes Maß an Sicherheit bei gleichzeitiger Beweglichkeit.

Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Entwicklung auf eine nach wie vor offene, zugängliche und bürgernahe Wirkung gelegt. „Damit signalisiert die Polizei den Bürgerinnen und Bürgern auch weiterhin schon von weitem: Wir sind jederzeit ansprechbar und helfen Ihnen gerne weiter“, so der Minister.

Ab sofort wird die Überziehschutzweste zunächst in einem mehrmonatigen Trageversuch in den Polizeiinspektionen Göttingen und Hildesheim getestet. Ziel ist eine landesweite Einführung. Damit wird auch der veränderten Sicherheitslage Rechnung getragen.

Darüber hinaus wird eine weitere Neuerung erfolgen: Um der Gefahr von sogenannten Sekundärgeschossen effektiv vorzubeugen, werden die Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten zukünftig Poloshirts unter den Überziehschutzwesten tragen. Diese Poloshirts unterscheiden sich optisch kaum von den bisherigen Blusen und Hemden, haben aber keine Knöpfe oder andere feste Elemente, sondern lediglich kleine Klettverschlüsse. Die Knöpfe könnten im Ernstfall zu schweren Verletzungen führen, wenn sie unter der Schutzweste durch den Aufprall eines Geschosses in den Körper eindringen. Dieses Risiko gibt es bei den neuen Poloshirts nicht.

Nicht nur die Überziehschutzwesten werden das Aussehen der Beamtinnen und Beamten verändern. Ein funktionales und wetterfestes Basecap wird als Alternative zur eckigen Schirmmütze ebenfalls in der polizeilichen Praxis erprobt.

Als „bundesweit einmalige Innovation“ im Bereich der Polizeibekleidung sieht Minister Pistorius eine gelbe Übergangsjacke, die mit einer aktiven Beleuchtung ausgestattet ist. Per Knopfdruck lassen sich blaue LED-Streifen, die in die Softshelljacke integriert sind, ein- und ausschalten. Der eingebaute Akku kann über den Mini-USB-Anschluss geladen werden und hält bei dauerhafter Beleuchtung zehn Tage durch. „Mit Blick auf die dunkle Jahreszeit haben wir uns in Sachen Eigensicherung und Erkennbarkeit etwas Besonderes einfallen lassen. Die aktive Beleuchtung macht die Arbeit der Polizistinnen und Polizisten im Streifendienst sicherer, wenn es dunkel ist“, so Pistorius.