Lücken können jetzt schneller geschlossen werden!

5. Juli 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

In einem heute im Kölner Stadtanzeiger veröffentlichten Interview hat Innenminister Herbert Reul (CDU) angekündigt, dass in NRW ab dem kommenden Jahr 2400 Kommissaranwärterinnen und -anwärter einstellt werden. Zuvor hatte die schwarz-gelbe Landesregierung die Zahl der Neueinstellungen bereits von 2000 auf 2300 Anwärter erhöht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der jetzt angekündigten erneuten Erhöhung der Einstellungszahlen einen wichtigen Beitrag, um die Präsenz der Polizei nachhaltig zu erhöhen. „Auch wenn es vier Jahre dauern wird, bis die ersten, der jetzt versprochenen zusätzlichen Polizisten ihre Ausbildung beendet haben, sind die zusätzlichen Stellen ein wichtiger Beitrag, damit die Polizei wieder mehr Präsenz auf der Straße zeigen kann“, lobte GdP-Vorsitzender Michael Mertens die Ankündigung des Innenministers.
Im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger hatte Reul selber eingeräumt, dass es bei der Polizei nach wie vor ein strukturelles Defizit gibt. Die Annahme der Politik, dass man bei der Polizei sparen könne, sei falsch gewesen, sagt Reul. Die schwarz-gelbe Landesregierung sei dabei, diesen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.

Damit die bestehenden Lücken bei der Polizei zeitnah geschlossen werden können, hatte die GdP in den vergangenen Monaten wiederholt vorgeschlagen, dass alle Stellen von Kommissaranwärtern, die ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen, beim nächsten Einstellungstermin nachbesetzt werden. „Die Ankündigung von Reul, ab dem kommenden Jahr 100 zusätzliche Kommissaranwärter bei der Polizei einzustellen, zeigt, dass wir mit dieser Forderung bei der Landesregierung auf Resonanz gestoßen sind“, sagte der GdP-Vorsitzende.

Positiv bewertet die GdP auch die Ankündigung des Innenministers, dass ein Teil der zusätzlichen Polizisten für eine Stärkung der Kriminalkommissariate genutzt werden soll. „Wir sind nicht nur in den Wachen, sondern auch in den Kommissariaten vollkommen unterbesetzt. Deshalb ist es gut, dass Reul dieses Problem jetzt angehen will“, betonte der GdP-Vorsitzende. Das ist aus Sicht der GdP auch deshalb erforderlich, weil in den kommenden Jahren viele erfahrene Kripobeamte in Ruhestand gehen.