Finger weg von verlängerten Lenk- und Ruhezeiten

5. Juli 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor einer möglichen Verlängerung der Lenk- und Ruhezeiten von Busfahrern. An oberster Stelle müsse die Verkehrssicherheit stehen, durch überlange Fahrzeiten und verschobene Ruhepausen wachse die Unfallgefahr, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Mittwochmittag in einem Live-Gespräch dem Nachrichtensender n-tv. An diesem Mittwoch wollte das Europäische Parlament (EP) über Reformvorschläge aus dem sogenannten EU-Mobilitätspaket abstimmen. Der EP-Verkehrsausschuss hatte vorgeschlagen, Ruhe- und Lenkzeiten für Fern- und Reisebusse aufzuweichen. So könnten die Arbeitszeiten nicht nur zweimal pro Woche auf 16 Stunden verlängert werden. Fahrer könnten auch an zwölf Tagen hintereinander ohne Ruhetag unterwegs sein.
Nicht an dieser Schraube drehen
Die Tageslenkzeit dürfe schon heute bis zu neun Stunden betragen, zweimal in der Woche sogar zehn Stunden, betonte Malchow. Eine Pause sei erst nach viereinhalb Stunden vorgeschrieben und dann würden die Fahrer zum Teil auch noch andere Tätigkeiten ausführen. Schon solche Arbeitszeiten seien wegen der physischen und psychischen Belastung nicht tragbar, denn ein Fahrfehler könne schnell zu einem Unfall führen und das bei 40 bis 55 Fahrgästen im Bus.

Eine nochmalige Verschlechterung der Arbeitszeiten stelle also erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. „Wir dürfen nicht an dieser Schraube drehen, auch wenn bisher Busse ein sehr sicheres Transportmittel ist. Die Folge wäre nur Unsicherheit.“

Gemessen an ihrer enormen Beförderungsleistung sind Reisebusse bislang ein sicheres Verkehrsmittel. So wies das Statistische Bundesamt in einer Untersuchung für 2015 lediglich 295 verunglückte Reisebusinsassen aus, einer von ihnen starb. Im selben Jahr verunglückten in Deutschland insgesamt fast 400.000 Menschen, es gab 3.459 Verkehrstote.