Dienstposten: Planspiele des Innenministeriums stoßen GdP Baden-Württemberg sauer auf

28. Juni 2018 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

„Die Gewerkschaft der Polizei Baden-Württemberg kann die Gedankenspiele aus dem baden-württembergischen Innenministerium in keinster Weise nachvollziehen und warnt davor die Polizei in ihrer Kompetenz weiter abzustufen. Wie auch in der aktuell geplanten Umsetzung der ‚Dienstpostenbewertung‘ wird die Arbeit der Polizei ebenfalls in diesen Gedankenspielen nicht wertgeschätzt!“, betont der stellvertretende Landesvorsitzende Andreas Heck am Donnerstag in Offenburg.
Ein Jurastudium decke nur einen Bruchteil der in polizeilichen Leitungsfunktionen geforderten Kenntnisse ab. Es beinhalte keine Wissensvermittlung in Kriminalistik, Kriminologie, Einsatzwissenschaft, Psychologie, Management, Projektarbeit, Technik, Medienkompetenz, Personalführung et cetera; dazu ein Vergleich: auch „ein Chefarzt muss viele rechtliche Vorgaben kennen und beachten. Dennoch würde niemand einen Juristen an den Operationstisch stellen“, unterstrich Heck.

Die häufig artikulierte Wertschätzung der Polizei durch die Politik zeige sich genau hier. Wer einem Juristen per se eine Führungsfunktion in der Polizei zutraue, halte nicht viel von Polizeiarbeit, denn das erste Staatsexamen und eine kurze Schnellbleiche und keinerlei Berufserfahrung ersetze eine über Jahre andauernde Bestenauslese bei den Fachleuten.

„Letztlich ist das Vorhaben ein Ausdruck des Misstrauens in die Polizei. Lieber einen nehmen, der keine Ahnung hat, als Fachleute, denen man augenscheinlich nicht so ganz traut“, sagte der Landes-Vize.