Niemand muss erniedrigende Bilder einfach hinnehmen

21. Juni 2018 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

Anlässlich der Präventionstour 2018 haben die Hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz und der Hessische Innenminister Peter Beuth zu einem achtsamen Umgang mit persönlichen Daten aufgerufen. Die gemeinsame Aktion besteht seit 2013 und wird von den Verbraucherschutzzentralen in Hessen unterstützt. Dieses Jahr steht bei insgesamt vier Veranstaltungen in Frankfurt, Hanau, Wiesbaden und Fulda besonders die Aufklärung Jugendlicher über Gefahren des Internets im Fokus.

„Es dauert mittlerweile nur noch Sekunden, bis ein Selfie seinen Weg in die sozialen Netzwerke gefunden hat. Viele Jugendliche gehen zu sorglos mit ihren persönlichen Daten um. Sind die Inhalte einmal gepostet, lassen sie sich nur schwer oder gar nicht mehr zurückholen. Wir wollen mit der diesjährigen Präventionstour insbesondere Jugendliche, aber auch ihre Eltern erreichen und zu einem sorgsamen Umgang mit Bildern, Videos und allen anderen intimen Daten aufrufen“, sagten Priska Hinz und Peter Beuth am Stand des Präventionsmobils der hessischen Polizei vor dem Landtag.

„Daten sind etwas wert – und auf Wertgegenstände passt man gut auf. Das gilt auch im Fall von nicht für die Öffentlichkeit bestimmten privaten Bilder und Videos. Man sollte sie wie das Computerpasswort behandeln: niemals weitergeben – auch nicht an Freunde und vermeintliche Verehrerinnen oder Verehrer. Das digitale Gedächtnis ist ewig – da muss man auf der Hut sein“, sagte die Verbraucherschutzministerin.

Heimliche Film- oder Bildaufnahmen von Dritten sind nicht erlaubt und dürfen schon gar nicht einfach in den Sozialen Netzwerken gepostet werden (bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe drohen bei Verletzung des „höchstpersönlichen Lebensbereichs“ durch Bildaufnahmen)“, erläuterte Peter Beuth. Neben den umfangreichen Informationsbroschüren der Polizei sollten auch Eltern ihren Nachwuchs über das Recht am eigenen Bild aufklären. „Kein Schüler oder Azubi muss erniedrigende Fotos oder Videos stillschweigend hinnehmen. Für die Strafverfolgungsbehörden ist es aber von großer Bedeutung, dass sie auch auf solche Sachverhalte hingewiesen werden und zur Anzeige gebracht werden“, so der Innenminister.

Ermittler sind sowohl beim Hessischen Landeskriminalamt als auch den sieben Flächenpräsidien im Netz unterwegs, um strafbare Inhalte aufzuspüren. Die hessische Polizei hat ein Netz von Cybercrimefachberatern aufgebaut, die für jede Bürgerin und jeden Bürger als direkter Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Anfragen können sowohl telefonisch, per E-Mail als auch im persönlichen Gespräch an die Fachberatung Cybercrime gestellt werden (weitere Infos finden Sie unter polizei.hessen.de). Darüber hinaus werden lokale Multiplikatoren ausgebildet. Die hessische Polizei nutz zudem verstärkt die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke, um wichtige Informationen zielgruppengerecht und mit einer hohen crossmedialen Reichweite zu verbreiten.

Hessen Competence Center für Cybersecurity – Hessen3C

Im Kampf gegen Internetkriminalität und Cyberangriffe baut Hessen derzeit ein eigenes „Cybercrime Competence Center“ auf. Unter „Hessen 3C“ sollen künftig Fachleute aus Polizei, Landeskriminalamt, Verfassungsschutz und dem IT-Bereich des Landes Maßnahmen zur Cybersicherheit identifizieren, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für den Kampf gegen Datendiebstahl, Cyberspionage und virtuelle Straftaten zu erarbeiten und die eigene Informationstechnik besser vor Angriffen zu schützen. „Auch Virtuelle Straftaten müssen reale Konsequenzen haben, deshalb stärken wir in diesem Jahr die hessische Polizei mit 120 zusätzlichen Stellen im Bereich Cybercrime/Organisierte Kriminalität“, so Peter Beuth.