Hessische Polizei intensiviert in der Ferienzeit ihre Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch

13. Juni 2018 | Themenbereich: Aktuell, Hessen | Drucken

Während der Sommerferienzeit verstärkt die hessische Polizei erneut ihre Kontroll- und Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs. Die Polizei Hessen bündelt ihre Kompetenzen mit Hilfe einer App für digitale Ermittlungsunterstützungen, Beratungsleistungen für die Bürgerinnen und Bürger und stellt mit täterorientieren Ermittlungen eine Verfolgung der Straftaten unter einem hohen Kontrolldruck gegenüber Tatverdächtigen in Hessen sicher. „Wir haben den Kontrolldruck erhöht und halten ihn hoch. Allein im letzten Jahr haben wir rund 8.000 kriminalpolizeiliche Beratungen zum Wohnungsschutz durchgeführt, uns für härtere Strafen für Einbrecher eingesetzt, eine erfolgreiche Länderkooperation mit täterorientierten Ermittlungen gestartet sowie die bundesweit einzigartige Prognosesoftware KLB-operativ eingeführt, die hessenweit zur Verhinderung und Verfolgung von Wohnungseinbrüchen im Einsatz ist. Wir haben in Hessen Wohnungseinbrechern den Kampf angesagt. Die ‚Sommerkampagne‘ der Polizei macht dies erneut deutlich und erhöht den Verfolgungsdruck in der Hauptsaison der Einbrecher“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Urlaubssaison ist auch Einbrecher-Saison

Delikte im sogenannten Wohnungseinbruchsdiebstahl (WED) beeinträchtigen das Sicherheitsempfinden erheblich und besonders in der Urlaubszeit bieten sich für Täter besonders günstige Bedingungen. Einbrüche ereignen sich in überwiegender Anzahl tagsüber, insbesondere während einer längeren Abwesenheit der Haus- oder Wohnungsbewohner. Beispielsweise führen überfüllte Briefkästen, geschlossene Rollläden und dauerhaft geparkte Fahrzeuge zu günstigen Tatgelegenheiten. Auch Urlaubsbilder in sozialen Netzwerken oder Abwesenheitsnotizen auf privaten Mail-Accounts nutzen Täter, um Wohnungen und Häuser zu lokalisieren.

„Sommerkampagne“ der hessischen Polizei gegen Wohnungseinbruchdiebstahl

In der Zeit vom 11. Juni bis 5. August 2018 führt die hessische Polizei während der sogenannten „Sommerkampagne“ neben Kontrollmaßnahmen zielgerichtet Präventionsmaßnahmen sowie eine begleitende Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere in von Einbruchsdiebstählen mehrfach betroffenen Gebieten, durch. Dabei werden Bürgerinnen und Bürger über geeignete Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung von Einbrüchen informiert. Auch der Einbau von Sicherheitstechnik kann Einbrüche erschweren und erhöht den Abbruch von Einbruchsversuchen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert seit 21. März 2017 auch kleinere Sicherungsmaßnahmen. Ein Zuschuss kann bereits ab einer Investitionshöhe von 500 Euro bei der KfW beantragt werden.

Auftaktveranstaltung in Hanau

Am Samstag, 16. Juni 2018, steht zum Auftakt der Kampagne ab 11.00 Uhr das Präventionsmobil der hessischen Polizei in Hanau, Am Freiheitsplatz, für Beratungen zur Verfügung. Interessierte werden dort von Experten der polizeilichen Präventionsarbeit und der Koordinierungsstelle des Hessischen Landeskriminalamtes sensibilisiert und über mögliche Schutzmaßnahmen informiert.
Weniger Wohnungseinbrüche in Hessen

Im Jahr 2017 sank in Hessen erneut die Zahl von Wohnungseinbrüchen um mehr als 20 Prozent ab. Im Bereich des WED konnte somit ein deutlicher Rückgang in den Fallzahlen von 10.405 auf 8.287 erzielt werden, was den niedrigsten Wert seit neun Jahren darstellt. Gleichzeitig blieb die Aufklärungsquote bei rund 21 Prozent auf einem stabilen Niveau. Bei dem wichtigen Indikator der Versuche (Versuch = jeder WED, der scheitert) wurde der höchste jemals gemessene Wert von knapp 50 Prozent (49,7 Prozent) erzielt. „Eine hohe Versuchsquote bedeutet nichts anderes, als dass die Präventionsarbeit der hessischen Polizei wirkt und die Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen vier Wände mittlerweile so gut sichern, dass jeder zweite Einbruchsversuch in Hessen scheitert. Sicherheit braucht Verantwortung auch vonseiten der Bürgerinnen und Bürger und diese sehr positive Entwicklung zeigt, dass unsere Strategie aufgeht“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Mit Innovationen gegen Einbrecher

Seit 2017 steht der hessischen Polizei landesweit die innovative Prognosesoftware KLB-operativ (Kriminalitätslagebild) zur Verfügung, die aus polizeilichen Datenbeständen Tatmuster über Wohnungseinbrüche ziehen kann. Durch die neue Software gelingt es der Polizei, nun noch besser Serieneinbrecher zur Strecke zu bringen. „Unserer Polizei ist es gelungen, mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Repression, Prävention und technischen Innovationen wie KLB-operativ messbare Erfolge im diesem schwer zu bekämpfenden Deliktsfeld zu erreichen. Die Sicherheitsbehörden werden Einbrechern, die immer wieder Menschen verängstigt zurücklassen, weiterhin mit Härte entgegentreten. Dabei setzen wir zugleich auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger, die mit einfachen Mitteln ihre eigenen vier Wände schützen können“, sagte der Innenminister.