Bayerischer Innenstaatssekretär besucht 20-Jahr-Feier der Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft

13. Juni 2018 | Themenbereich: Aktuell, Bayern | Drucken

Anlässlich ihrer 20-Jahr-Feier besuchte der Bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck die Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft im oberbayerischen Lenggries und informierte sich über deren Projekt „Therapieraum Natur“. Die Stiftung hilft Sicherheits- und Rettungskräften, die im Dienst verletzt wurden und bietet – unabhängig von einer Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft – Hilfe bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse. Neu ist das gemeinsame Therapieprojekt mit der „Allianz Umweltstiftung“, „Therapieraum Natur“, wofür die Bayerischen Staatsforsten ein 14.000 Quadratmeter großes Waldgrundstück zur Verfügung stellen. Umgewandelt wird in einem zehnjährigen Nachhaltigkeitsprogramm zur Traumabewältigung eine Fichtenmonokultur in einen Bergwald. „Sie schaffen mit Ihrer wertvollen Hilfe beste Voraussetzungen, dass traumatisierte Sicherheitskräfte ihre schrecklichen Erlebnisse loslassen und in ein unbeschwertes Leben zurückfinden können. Eine großartige Leistung!“, lobte Eck. Besorgt zeigte er sich im Hinblick auf die weiterhin hohe Zahl von Angriffen gegen Polizisten. Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die bei einem Angriff genau vor einem Jahr lebensbedrohlich und schwerst verletzte Polizeikommissarin und ihren Streifenpartner am S-Bahnhof München-Unterföhring. „Dieses schreckliche Verbrechen macht mich noch immer fassungslos“, so Eck.

Das Landeslagebild zur Gewalt gegen Polizeibeamte zeige 2016 bayernweit insgesamt 7.422 erfasste Fälle von verbaler oder physischer Gewalt. „Das ist Höchststand seit 2010“, warnte der Staatssekretär. Das Lagebild für 2017 werde derzeit noch im Innenministerium ausgewertet. Wenngleich die Gesamtzahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte leicht rückläufig sei, verharre sie laut Eck dennoch auf einem hohen Niveau: „Ich sage deshalb ganz deutlich – jeder Angriff gegen unsere Polizisten ist ein Angriff gegen unsere Gesellschaft und unsere demokratischen Grundwerte. Das werden wir nicht dulden!“ Um diejenigen zu schützen, die die Bürger schützen, sei es laut dem Staatssekretär die stete Aufgabe des Bayerischen Innenministeriums, die Schutzausstattung und Ausrüstung der Bayerischen Polizei weiter zu optimieren. Bereits 2015 wurden alle Einsatzeinheiten mit neuen Einsatzanzügen ausgestattet, auch die Körperschutzausstattung wurde neu konzeptioniert. Die bayernweite Einführung der neuen Polizeiuniformen laufe laut Eck reibungslos, ebenso wie die kürzlich abgeschlossene Verteilung neuer Schutzwesten. „Darüber hinaus streben wir für diesen September die erste Auslieferung der neuen, hochmodernen Dienstpistole für die neuen Beamten in Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei an. Bis Ende dieses Jahres wollen wir zudem die Einsatzeinheiten mit neuen Schlagschutzhelmen ausrüsten“, sagte Eck. Bei Angriffen auf Polizeibeamte und Einsatzkräfte fordere Bayern laut Eck schon seit Längerem vom Bund härtere Strafen. „Ich begrüße daher ausdrücklich die Ende Mai 2017 in Kraft getretenen Strafverschärfungen. Besonders freue ich mich, dass die bayerische Forderung nach einer Mindestfreiheitsstrafe von drei Monaten für tätliche Angriffe umgesetzt wurde.“