Polizei Niedersachsen und Hochschule Hannover schließen Kooperationsvertrag zur Erforschung der Polizeiuniformen der Zukunft

5. Juni 2018 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

Am heutigen Dienstag (5. Juni 2018) hat der Niedersächsische Landespolizeipräsident, Axel Brockmann, zusammen mit dem Präsidenten der Hochschule Hannover, Prof. Dr. Josef von Helden, ein gemeinsames, auf zunächst zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung der aktuellen Polizeiuniformen vorgestellt.

Es ist deutschlandweit das erste wissenschaftliche Projekt, das sich mit der Polizeiuniform als Forschungsgegenstand befasst. Ziel des Projektes ist es, die Uniform systematisch aus funktionaler, wirtschaftlicher und innovativer Sicht weiterzuentwickeln. Darüber hinaus soll dem Thema „Nachhaltigkeit“ eine besondere Gewichtung zukommen.

„Wir sind sehr froh, dass wir mit der Hochschule Hannover einen Partner mit erstklassiger Expertise an unserer Seite haben. Uns geht es bei dieser Zusammenarbeit insbesondere um Fortschritte bei zukünftigen Polizeiuniformen in den Bereichen Nachhaltigkeit vom Material bis zur Entsorgung genauso wie um die Funktionalität und Optik. Die Hochschule Hannover hat dabei einmalige Fachkompetenzen“, so Landespolizeipräsident Brockmann bei der Vertragsunterzeichnung.

Hochschulpräsident von Helden ergänzte: „Das Projekt Poli-Corporate verbindet auf geradezu ideale Weise die Innovationskraft und Forschungsfreude unserer Hochschule mit den realen Erfordernissen in Wirtschaft und Politik. Es passt in exzellenter Weise zu unserem Profil der angewandten Wissenschaft. Gleichzeitig stärkt es die Berufsqualifizierung unserer Studierenden, indem neben der Forschung auch Designkonzepte, Umsetzungsvorschläge und Prototypen für Polizeikleidung entworfen und erstellt werden. Das alles wird innerhalb unseres Studiengangs Modedesign geleistet, der schon seit Jahren nicht nur für den jährlichen Modepreis, sondern auch für „slow fashion“ steht. Dahinter verbergen sich Konzepte, gestalterische, technische und ökonomische Innovationen für massenmarkttaugliche nachhaltige Angebote im Bereich Bekleidung zu entwickeln.“

Vor rund zwölf Jahren wurde die Uniform der Polizei Niedersachsen auf die europaweit einheitliche Farbe Blau umgestellt. Seither wird die Uniform regelmäßig dem bekleidungstechnischen Fortschritt sowie den sich ändernden Bedarfen angepasst. Die Dienstbekleidung dient längst nicht mehr allein einer einheitlichen Erkennbarkeit der Polizei für Bürgerinnen und Bürger im Sinne einer Uniform. Sie nimmt zunehmend funktionale Aufgaben des polizeilichen Alltages wahr und vereint diese mit den Anforderungen an eine komfortable, zeitgemäße und sichere Berufsbekleidung.

Die wissenschaftliche Studie der Hochschule Hannover zielt nicht darauf ab, eine gänzlich neue Uniform einzuführen. Vielmehr sollen aus der Forschung innovative Ideen für die verbesserte Gestaltung der im Dienst getragenen Bekleidung entstehen. Wirkung und Bedeutung der Einsatzkleidung – intern wie extern – werden untersucht und weiterentwickelt. Technische, ergonomische und nachhaltige Aspekte werden bei Material, Ausrüstung und Produktentwicklung einbezogen.

Bei der Entwicklung von Ideen, Konzepten und Designs wird besonderer Wert auf die gemeinsame Erprobung und Reflektion mit den Vollzugsbeamtinnen und –beamten der Polizei Niedersachsen, dem Logistik Zentrum Niedersachsen und den Studierenden der Hochschule Hannover gelegt.

„Am Ende werden nicht nur die Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten in Niedersachsen von den Ergebnissen dieser bislang einzigartigen Studie profitieren. Denn wie Sie wissen, beliefert das Logistik Zentrum Niedersachsen als landeseigener Betrieb nicht nur die niedersächsische Polizei, sondern auch diverse andere Landespolizeien, sogar die Bayern! Die Beschaffungskooperation der norddeutschen Länder im Bereich der Uniformen wartet schon jetzt gespannt auf die fertige Studie und steht für eine gemeinsame Umsetzung bereits in den Startlöchern. Aus diesem Grund ist das Logistik Zentrum Niedersachsen auch eng in das Projekt eingebunden“, so Brockmann.