GdP Schleswig-Holstein fordert Schwerlastüberwachungskonzept

1. Juni 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Schleswig-Holstein | Drucken

Mit großer Besorgnis beobachtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Entwicklung bei der Überwachung des Schwerlastverkehrs. „Die personelle Misere hat bei der Landespolizei dazu geführt, dass der Schwerlastverkehr nicht mehr mit der gebotenen Intensität und Qualität kontrolliert werden kann“, berichtet Thomas Gründemann nach einer Landesvorstandssitzung der GdP.
Nach Erkenntnissen der GdP müssten die speziell für den Güterkraftverkehr ausgebildeten Überwachungskräfte immer wieder für Sondereinsätze heranzogen werden, Schwerlasttransporte begleiten oder bei Präsenzkonzepten der Polizeidirektionen einbezogen werden. “Deshalb stehen diese Polizisten oft nicht oder nur unzureichend für ihre originäre Aufgabe zur Verfügung“, unterstreicht Thomas Gründemann. Und das, obwohl eine spürbare Zunahme des Güterkraftverkehrs auf den Straßen und Häfen zu registrieren sei.

Auf eine weitere Gefahr macht die GdP aufmerksam: Der Anteil billiger Arbeitskräfte und Speditionen im internationalen grenzüberschreitenden Güterverkehr, oft aus Billiglohnländern, führe zu einer stetigen Qualitätsminderung des Fahrpersonals sowie der Logistik (Fahrzeug/Technik/Ladung) und damit zu einer Steigerung des Gefahrenpotenzials auf den Straßen.

Bei den speziell ausgebildeten Fachkräften der Polizei zeigten sich auch Nachwuchsprobleme. Viele der aktuell eingesetzten Schwerlastkontrolleure der Landespolizei gingen in den kommen Jahren in den Ruhestand. Die Zeiten, in denen die Schwerlastüberwachung nebenher gemacht werden konnte, seien längst vorbei, macht Thomas Gründemann deutlich. Fachwissen, Know-how und Erfahrung seien in diesem Bereich der Verkehrsüberwachung mehr denn je gefragt. „Die fachlichen Anforderungen an diese Spezialisten haben sich erheblich erweitert und nehmen weiter zu“, erklärt der GdP-Vertreter. So zeige auch die Digitalisierung in diesem Bereich ihre Wirkung.

Die über die Straßen rollenden tonnenschweren Güterkraftfahrzeuge beinhalteten ein riesiges Gefahrenpotenzial, dramatische Ausmaße bei Unfällen mit meist erheblichen Sachschäden und Personenschäden führten dies fast täglich in trauriger Art und Weise vor Augen.

„Nachlassender Kontrolldruck in diesem sensiblen Bereich geht zu Lasten der Verkehrssicherheit im Lande. Es ist zumeist nur Zufall, wenn es bei Schadensereignissen mit Schwerlastfahrzeugen nichts Schlimmeres passiert“, erklärt Gründemann. Die Überwachung des Schwerlastverkehrs dürfe nicht vernachlässigt werden. Neben einer angemessenen personellen Ausstattung der speziellen Einheiten spricht sich die GdP für ein landeseinheitlich koordiniertes Schwerlast-Überwachungskonzept aus. Auf jeden Fall müsse die Überwachung des Güterkraftverkehrs wieder auf solidere Beine gestellt werden, so der Gewerkschaftsvertreter.