Bayerns Innenminister Herrmann kritisiert mangelnde Verkehrsmoral

12. Mai 2018 | Themenbereich: Aktuell, Bayern | Drucken

„Die Verkehrsmoral lässt in vielen Fällen leider immer noch sehr zu wünschen übrig.“ Das ist das Fazit von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu den heute veröffentlichten Ergebnissen der Jahresstatistik 2017 des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts (PVA). „Viel zu häufig werden wichtige Verkehrsregeln missachtet“, kritisierte der Minister. „Damit steigen die Unfallgefahren oftmals ganz erheblich.“ Hier sei dringend ein Sinneswandel erforderlich. Verkehrsverstöße seien keine Kavaliersdelikte und können lebensgefährlich sein. „Wir werden auch 2018 auf intensive Verkehrskontrollen setzen müssen“, kündigte der Innenminister mit Blick auf das Bayerische Verkehrssicherheitsprogramm ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ an. „Jeder Verkehrsteilnehmer hat es selbst in der Hand, sich an die Verkehrsregeln zu halten und für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen.“

Wie Herrmann betonte, sind besonders die Zunahme der Zahl der Fahrverbote auf 67.606 (+ 1,4 Prozent) und die Steigerung der Bescheide nach Fahrten unter Drogeneinfluss (§ 24a Absatz 2 Straßenverkehrsgesetz) auf 6.181 (+11,8 Prozent) bedenklich. Erschreckend ist nach Herrmanns Worten auch die hohe Zahl der Geschwindigkeitsverstöße, die mit rund 1,2 Millionen die mit großem Abstand häufigsten Verkehrsverstöße sind, die vergangenens Jahr durch das PVA geahndet werden mussten. 2017 wurden auf Bayerns Straßen insgesamt 226 Menschen aufgrund von Geschwindigkeitsunfällen getötet, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr (2016: 215). „Damit ging rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Bayern auf das Konto von Rasern“, erläuterte Herrmann. „Zu schnelles Fahren ist Unfallursache Nummer Eins bei schweren Unfällen.“ Auch die erneuten Rekordzahlen bei ertappten Abstandssündern (96.525, +3,5 Prozent) würden zeigen, wie verantwortungslos viele Verkehrsteilnehmer unterwegs seien und den erforderlichen Sicherheitsabstand missachten. „Ungenügender Sicherheitsabstand ist häufig für tödliche Verkehrsunfälle verantwortlich, vor allem auf Autobahnen“, warnte Herrmann. 70 Menschen kamen deshalb im vergangenen Jahr auf Bayerns Straßen ums Leben.

 

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