Ausstellungseröffnung „Lasst mich ich selbst sein – Anne Franks Lebensgeschichte“ in der Justizvollzugsanstalt Bremen

8. Mai 2018 | Themenbereich: Bremen, Strafvollzug | Drucken

Am heutigen Nachmittag (08. Mai 2018) hat Justizsenator Martin Günthner gemeinsam mit dem Leiter der Justizvollzugsanstalt Bremen Carsten Bauer und mit der Vertreterin des Anne Frank Zentrums Berlin Franziska Göpner die Wanderausstellung „Lasst mich ich selbst sein – Anne Franks Lebensgeschichte“ in der Justizvollzugsanstalt Bremen eröffnet.

„73 Jahre nach Ihrem Tod ist die Geschichte der Anne Frank für uns von erneuter Aktualität. Anne Frank wurde ein Opfer von Rassismus und Nationalismus, von Ausgrenzung und dem Hass gegenüber Minderheiten. Anne Frank und ihre Familie waren Flüchtlinge, die aus Hass und Rassenwahn aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Sie waren Flüchtlinge, wie es sie leider auch heute wieder gibt“, so Justizsenator Günthner. „Aktuell erleben wir eine Debatte über einen wiederauflebenden Antisemitismus in der Kunst, an Schulen und in unserem Alltag. Hass gegen Minderheiten und Fremde bricht sich gerade im Internet neue Bahnen. Klar ist: `Lasst mich ich selbst sein – Anne Franks Lebensgeschichte` ist die richtige Ausstellung zur richtigen Zeit.“

Die Ausstellung zeigt in acht Kapiteln die Lebensgeschichte von Anne Frank und gibt Einblicke in die Zeit, in der sie gelebt hat. Die Ausstellung thematisiert darüber hinaus aktuelle Fragen von Identität, Zugehörigkeit und unterschiedliche Formen von Diskriminierung. Zentraler Baustein der Ausstellung in der Justizvollzugsanstalt Bremen ist die aktive Einbindung von Strafgefangenen. Sie werden zu sogenannten „Peer Guides“ qualifiziert, die Besucher und andere Gefangene durch die Ausstellung begleiten. Die Gefangenen vermitteln Wissen, beantworten Fragen und regen zum Dialog an. Durch die aktive Teilhabe erwerben die Gefangenen Kompetenzen, sie erleben Selbstwirksamkeit und erhalten Anerkennung für ihr Engagement. Die Wanderausstellung in der Justizvollzugsanstalt erreicht so Menschen, die sonst kaum einen Zugang zu historisch-politischer Bildung haben. In einem besonderen Rahmen wird so die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung ermöglicht.

„Besucher und `Peer Guides` lernen von- und miteinander. Über die Erinnerung an den Holocaust und an Anne Frank erhalten die Gefangenen so auch die Möglichkeit, sich an aktuellen Debatten zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenrechten zu beteiligen. Obwohl `hinter Mauern` können sie sich ganz persönlich und aktiv einbringen und für die Gesellschaft engagieren. Vor diesem Hintergrund gratuliere ich dem Anne Frank Zentrum Berlin und dem Anne Frank Haus Amsterdam ganz herzlich und danke für die Idee, das Ausstellungskonzept für Justizvollzugsanstalten zu öffnen“, ergänzt der Justizsenator.

Zum Hintergrund: Die Wanderausstellung wird ermöglicht durch das Anne Frank Haus Amsterdam, das Anne Frank Zentrum Berlin, die Bundeszentrale für politische Bildung sowie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Programm „Demokratie leben!“. Die Ausstellung wird finanziell unterstützt vom Verein Bremische Straffälligenbetreuung, von der Bremischen Kinder- und Jugendstiftung und von der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 28. Mai 2018 an. Interessierte können die Ausstellung in der Justizvollzugsanstalt an festgelegten Terminen über den Verein Bremische Straffälligenbetreuung besuchen. Hierzu kann per Email Kontakt aufgenommen werden (vbs@straffaelligenhilfe-bremen.de).

Mit Blick auf den besonderen Tag der Ausstellungseröffnung schloss Senator Günthner mit den Worten „Gerade am heutigen 8. Mai, dem Tag der Befreiung, lässt sich sagen: Tot ist nur, wer vergessen ist. Anne Frank aber ist nicht vergessen. Anne Frank und ihr Leben sind uns Auftrag, unser gesellschaftliches Zusammenleben stets mutig zu gestalten. Dabei sind wir aufgefordert, unsere Grundwerte von Weltoffenheit, Toleranz, Pluralität, Solidarität und der unantastbaren Würde eines jeden Einzelnen stets zu verteidigen. Die Ausstellung zeigt, wie wichtig es i

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