Aufstiegsausbildung der Bundespolizei-Kriminalisten beim BKA gestartet

4. Mai 2018 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

….es wird ein klein wenig heller in der Kriminalitäsbekämpfung

Der BDK hatte diese Forderung seit Jahren immer wieder erhoben und sich bei allen Entscheidungsebenen entsprechend positioniert und sich dafür reichlich Kritik all derer abgeholt, die der Meinung waren, dass es genügend ausgebildete Kriminalisten/innen bei der BPOL gäbe und dass die Neuauflage dieses Aufstiegsmodells überflüssig sei. Nun fielen unsere intensiven Bemühungen doch auf fruchtbaren Boden und Präsident Dr. Romann verkündete uns „exklusiv“ vor einigen Monaten, dass die ersten 10 Bewerber in diesem Jahr beginnen könnten.

Am 3. April 2018 begann die Aufstiegsausbildung vom mittleren in den gehobenen Polizeivollzugsdienst am Fachbereich Kriminalpolizei der Hochschule des Bundes. Der duale Bachelorstudiengang erstreckt sich über sechs Semester (drei Jahre) und erfolgt am Zentralbereich des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl sowie am Fachbereich Kriminalpolizei in Wiesbaden. Die praxisorientierten Studienabschnitte finden in Landespolizeidienststellen sowie an den Standorten des Bundeskriminalamtes statt. Die interdisziplinären Modulthemen vermitteln rechtswissenschaftliche und kriminalwissenschaftliche Kompetenzen.

Die dreijährige Bachelor- Ausbildung für den gehobenen Kriminaldienst im Bundeskriminalamt wurde 1998 erstmals für Aufstiegsbeamte der Bundespolizei geöffnet, die im Anschluss Verwendung in den Kriminalitätsbekämpfungsinspektionen der Bundespolizei finden sollten. Aus Sicht des BDK ein Erfolgsmodell, das jedoch 2004 mit der Begründung beendet wurde, dass mit den insgesamt 140 in dieser Zeit ausgebildeten Kriminalbeamten der Bedarf der Bundespolizei gedeckt sei.

Die Bachelor-Ausbildung beim Bundeskriminalamt gehört zu den wenigen Ausbildungsgängen für Kriminalbeamte bundesweit und befindet sich dank jahrzehntelanger Expertise auf exzellentem Niveau. Mittlerweile wird offen selbst durch Führungskräfte innerhalb der Bundespolizei geäußert, dass die veränderte Sicherheitslage und neue Kriminalitätsformen zunehmend eine Spezialisierung erfordert.

Gut ist auch, dass es sich nicht nur um ein einmaliges Projekt handelt. Im Herbst 2018 erfolgt der nächste Bewerberaufruf zum Aufstieg. Studienbeginn ist dann April 2019. Wir arbeiten derweil daran, dass es mittelfristig nicht bei 10 Kandidaten pro Jahr bleibt.

Einen besorgniserregenden Wermutstropfen gibt es dann aber doch. Die 10 freien Plätze wurden auf die 9 Direktionen und das BPOLP verteilt und offenbar hatte die eine oder andere Direktion Mühe, ihren Kandidaten zu benennen. Warum auch sollte man/frau sich durch ein dreijähriges und sehr anspruchsvolles Studium kämpfen, wenn es doch zahlreiche einfachere Aufstiegsmodelle in den g.D. gibt und was sagt das über die Attraktivität der Kriminalitätsbekämpfung insgesamt aus? Unangenehme Fragen, auf die unsere Behördenleitung bislang jedenfalls keine passenden Antworten gefunden hat.

Unsere Antwort lautet: Wir benötigen dringend eine eigenständige K-Säule innerhalb der BPOL!