Michael Mertens zum neuen Landesvorsitzenden der GdP gewählt

25. April 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der Landesdelegiertentag der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat heute den aus dem Rhein-Erft-Kreis stammenden Polizeibeamten Michael Mertens, 54, zum neuen Landesvorsitzenden der GdP gewählt. Er folgt Arnold Plickert, 61, der fünfeinhalb Jahre an der Spitze des größten Landesbezirks der GdP gestanden hat. Auf Michael Mertens entfielen 55,69 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sein Gegenkandidat, der Bielefelder Polizeibeamte Volker Huß, kam auf 44,31 Prozent der Stimmen.
Michael Mertens ist Erster Polizeihauptkommissar. Mertens trat 1979 in den Polizeidienst des Landes NRW ein. Er war zunächst in der Einsatzhundertschaft in Linnich und im Streifendienst in Rhein-Erft-Kreis tätig, bevor er in den gehobenen Dienst aufgestiegen ist. Von 1994 bis 2000 war er Dienstgruppenleiter (DGL) in der Polizeiwache Kerpen.

Seit 2000 ist Michael Mertens freigestelltes Mitglied im örtlichen Personalrat der Kreispolizeibehörde des Rhein-Erft-Kreises, seit 2012 parallel auch im Hauptpersonalrat der Polizei im Düsseldorfer Innenministerium. 2010 wurde Mertens in den Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand gewählt, seit 2014 war er stellvertretender Landesvorsitzender. Dort war er für die Bereiche Verkehr, Bereitschaftspolizei und Schichtdienst sowie für die Gewerkschaftliche Bildung zuständig.

Als neuer Landesvorsitzender der GdP will sich Mertens vor allem dafür einsetzen, dass die von der Landesregierung versprochene personelle Stärkung der Polizei zügig umgesetzt wird. „Wenn wir wirklich mehr Polizisten auf die Straße bringen wollen, muss das Land alle Stellen, die durch Abbrecher frei werden, durch eine vermehrte Einstellung von Kommissaranwärterinnen und -anwärtern unverzüglich ausgleichen. Sonst schaffen wir die versprochene Verstärkung nicht“, sagte Mertens auf dem Delegiertentag.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der neue GdP-Vorsitzende auch bei der Aufhebung des bereits drei Jahrzehnte alten Deckelungsbeschlusses. Um Geld zu sparen, hatte die damalige Landesregierung die Zahl der Führungsfunktionen bei der Polizei auf den erreichten Stand gedeckt. Polizisten, die Führungsverantwortung übernehmen, können deshalb oft nicht entsprechend ihrer Aufgabe bezahlt werden. Zudem müssen sie häufig den Arbeitsbereich wechseln, wenn sie befördert werden wollen. „Das ist ein absoluter Anachronismus, den wir uns nicht länger leisten können, wenn wir nicht die Arbeitsfähigkeit der Polizei gefährden wollen“, sagte Mertens. Der neue Landesvorsitzende der GdP will außerdem erreichen, dass die enorme Belastung der Polizisten durch den dauernden Schichtdienst besser anerkannt und krankmachende Arbeitsbedingungen abgebaut werden.