„Ankommen statt Umkommen“ – 18. Motorradsternfahrt Kulmbach

24. April 2018 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Mehr Vernunft bei Motorradfahrern, eine höhere Aufmerksamkeit bei Autofahrern und eine noch bessere ‚gebaute Verkehrssicherheit‘ sind wichtige Ansatzpunkte von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für mehr Sicherheit beim Motorradfahren. „Ankommen statt Umkommen muss die Devise sein“, forderte Herrmann heute auf der 18. Motorradsternfahrt nach Kulmbach, zu der er als Schirmherr auch dieses Jahr wieder selbst mit dem Motorrad fuhr. „Dafür setzen wir uns mit unserem Verkehrssicherheitsprogramm ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ mit allen Kräften ein.“ Mit 123 getöteten Bikern 2017 auf Bayerns Straßen war jeder fünfte getötete Verkehrsteilnehmer ein Motorradfahrer. „Auch wenn wir in den letzten Jahren einen Rückgang der Zahl tödlich verunglückter Motorradfahrer verzeichnen, geben wir uns damit nicht zufrieden“, erklärte der Minister. 2016 waren auf bayerischen Straßen 133 getötete Motorradfahrer zu beklagen, 2015 140. „Gerade zu riskantes und schnelles Fahren sind Hauptursachen für schwere Unfälle“, mahnte Herrmann. „Jeder Biker hat es hier selbst in der Hand, sich und andere nicht ohne Not zu gefährden!“

Neben der Vernunft beim Motorradfahren bezeichnete Herrmann auch die Beherrschung der Maschine als sehr wichtig. „Sehr gewinnbringend sind Fahrsicherheitstrainings, um das eigene Fahrkönnen gerade in Gefahrensituationen zu verbessern“, rät der Minister. Beispielsweise biete der Landesverband der Bayerischen Fahrlehrer im Vorfeld der Kulmbacher Motorradsternfahrt landesweit rund ein Dutzend kostenloser Fahrsicherheitstrainings an. Auch sollte das Motorrad regelmäßig technisch geprüft werden. Ebenfalls wichtig sei die richtige Schutzkleidung des Bikers, um die Unfallfolgen erheblich zu verrringern und für eine gute Erkennbarkeit zu sorgen. „Außerdem appelliere ich an alle anderen Verkehrsteilnehmer, noch stärker auf Motorradfahrer zu achten“, ergänzte Herrmann.

Einen Schwerpunkt setzt der Innenminister bei der ‚gebauten‘ Verkehrssicherheit. Im Rahmen der Aktion ‚Sichere Motorradstrecken‘ haben die Staatlichen Bauämter in den vergangenen Jahren bereits rund 700 Kurven mit einer Gesamtlänge von mehr als 100.000 Metern für rund vier Millionen Euro mit einem Unterfahrschutz nachgerüstet. Darüber hinaus zielt das Programm ‚Sichere Landstraße‘ auf die Beseitigung von Unfallschwerpunkten oder die Entschärfung unfallträchtiger Stellen etwa durch die Verbesserung von Kurvenverläufen.

Ein besonderes Highlight der diesjährigen Motorradsternfahrt war die neue uniformierte Motorradbekleidung der Bayerischen Polizei, die der Innenminister erstmals vorgestellt hat. Die bayerischen Polizeimotorradfahrer bekommen komplett neue Motorradanzüge in blau, die den aktuellsten Sicherheitsanforderungen entsprechen und hochfunktional sind. Der neue Blauton ‚verkehrsblau‘ entspricht dabei der neuen Farbgebung der neuen Polizeimotorräder. „Unsere Polizeimotorradfahrer haben sich für einen zweiteiligen Anzug auf hochwertiger Textilbasis entschieden“, erläuterte Herrmann. „Ganz besonders wichtig für uns war, die Sicherheit für unsere Kolleginnen und Kollegen deutlich zu erhöhen“, betonte der Minister. Dazu dienen vor allem hochmoderne Protektoren. Für eine optimale Sichtbarkeit gibt es Refklektoren und ein auffälliges Gelb an Motorradjacke und Helm.

Wie Herrmann weiter ausführte, können die Größen für die verschiedenen Teile des Motorradanzugs frei kombiniert werden. Die Passform ist geschlechterspezifisch. Darüber hinaus sind Maßanfertigungen verfügbar. „Außerdem bieten unsere neuen Motorradkombis ein hohes Maß an Funktionalität und Tragekomfort“, wies der Minister hin. „Durch einen zusätzlichen Regenschutzanzug sind unsere Beamtinnen und Beamten dann für alle Wetterlagen gut gerüstet.“ Laut Herrmann bekommen bis September 2018 mehr als 400 Polizeibeamte die neue Motorradausstattung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 530.000 Euro. „Mit Blick auf die Sicherheit unserer Polizistinnen und Polizistinnen ist das gut angelegtes Geld“, fasste Herrmann zusammen.