Erste Annäherungen bei Tarifverhandlungen

16. April 2018 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht | Drucken

Bei den Tarifverhandlungen in Potsdam hat es Annäherungen in Einzelfragen zwischen den DGB-Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und den Arbeitgebern von Bund und Kommunen gegeben. „Die Arbeitgeber haben das Interesse signalisiert, den öffentlichen Dienst attraktiver zu machen. Es hat Annäherungen in Einzelfragen gegeben, und es sind erste Fortschritte erzielt worden“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, am Sonntagabend in Potsdam. Die Verhandlungen werden zurzeit fortgesetzt.
Endlich verhandlungsfähiges Angebot vorlegen

Gespannte Neugier herrschte unter den Mitgliedern der Delegationen am Sonntagmorgen vor der möglicherweise entscheidenden dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen. Sie begann mit Pauken und Trompeten, als hunderte Demonstranten die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes vor dem Tagungshotel in Potsdam mit allem begrüßten, was ordentlich Krach macht.

GdP-Chef Malchow: „Die Lautstärke dieses Empfangs ist für unsere Kolleginnen und Kollegen auch Ausdruck ihrer Wut über das bisherige Verhalten der Arbeitgeber, die es in den zwei vorhergegangenen Runden nicht geschafft haben, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“

Eingeheizt wird der Arbeitgeberseite schon seit Wochen: 150.000 Beschäftigte haben sich in der vergangenen Woche an Warnstreiks beteiligt, in der Woche vor Ostern waren es bereits 70.000.

Vielerorts standen Straßenbahnen und U-Bahnen still, Flüge wurden gestrichen. Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser und Stadtverwaltungen waren betroffen. Trotz mancher Unbequemlichkeit, die sie während der Warnstreiks in Kauf nehmen mussten, haben nach dem am Freitag veröffentlichen neuen ZDF-„Politbarometer“ 75 Prozent Verständnis für die Anliegen der Gewerkschaftsmitglieder.

„Der öffentliche Dienst hat einmal mehr gezeigt, dass es ohne ihn nicht geht und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer es wert sind, angemessen bezahlt zu werden. Deshalb fordern wir für die rund 2,2 Millionen Tarifbeschäftigten bei Bund, Städten, Gemeinden und kommunalen Unternehmen und für die rund 350.000 Beamtinnen und Beamten und 180.000 Versorgungsempfängerinnen und ?empfänger des Bundes sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat“, betonte Malchow.