Bayern und Sachsen gemeinsam gegen Einbrecherbanden

12. April 2018 | Themenbereich: Bayern, Kriminalität | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Sachsens Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller setzen die hervorragende Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Einbrecherbanden fort. Davon konnten sich gestern auch die Inspekteure der beiden Polizeien, Thomas Hampel aus Bayern und Reiner Seidlitz aus Sachsen, an einer Kontrollstelle an der A9 auf Höhe der Rastanlage ‚Berg‘ überzeugen. Insgesamt 146 Polizistinnen und Polizisten beider Bundesländer kontrollierten am 10. April 2018 unter Koordination der jeweiligen Landeskriminalämter im Raum Oberfranken und in Südwestsachsen rund 370 Fahrzeuge und Personen. Dabei wurden 15 Verstöße festgestellt, beispielsweise Urkundenfälschung, Delikte gegen das Betäubungsmittelrecht und Waffengesetz sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis und unter Alkoholeinfluss. Einbrecher gingen den Fahndern nicht ins Netz. Die Schwerpunktkontrollen fanden überwiegend auf überregionalen Verkehrswegen wie Autobahnen statt. Basis der zweiten gemeinsamen Kontrollaktion war eine im November 2016 zwischen Bayern und Sachsen geschlossene Kooperationsvereinbarung. Das Zehn-Punkte-Programm umfasst einen intensiveren Informationsaustausch, gemeinsame Fahndungs- und Kontrollaktionen und verstärkte Präventionsmaßnahmen.

„Unser Ziel ist, gemeinsam die Zahl der Wohnungseinbrüche weiter zu reduzieren“, erklärte Bayerns Innenminister Herrmann. Bayern habe bereits sehr gute Erfahrungen im Rahmen der länderübergreifenden Polizeizusammenarbeit mit Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz gemacht. „Zusammen mit anderen Bundesländern können wir noch effektiver gegen grenzüberschreitende Einbrecherbanden vorgehen“, ist sich Herrmann sicher. Die Kriminalstatistik gibt ihm Recht: In Bayern ist das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, mit Abstand bundesweit am geringsten. 2017 ging die Zahl der Wohnungseinbruchsfälle bayernweit deutlich um 19,1 Prozent auf 6.045 zurück, der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Die Einbruchswahrscheinlichkeit lag in Bayern 2017 bei nur noch 47 Fällen pro 100.000 Einwohner (2016: 58).

Sachsen Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller sieht in der länderübergreifenden Aktion die Aufrechterhaltung des Fahndungs- und Kontrolldrucks: „Die Zahl der Einbrüche in Sachsen ist um 13 Prozent gesunken. Wir müssen jedoch die Aufklärungsquote deutlich erhöhen. Bislang wird nur jeder fünfte Täter von der Polizei gefasst. Mit den Kontrollmaßnahmen bekommen die Sicherheitsbehörden wichtige Informationen zu reisenden Einbrecherbanden. Das unterstützt die Ermittlungsarbeit und führt letztlich zu mehr Sicherheit.“

Laut Kriminalstatistik ist die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle in Sachsen von 4.684 im Jahr 2016 auf 4.071 im vergangenen Jahr gesunken. Die Aufklärungsquote lag bei 21,2 Prozent. Insgesamt 832 Wohnungseinbrecher konnte die sächsische Polizei ermitteln. Ein Viertel der Tatverdächtigen sind Ausländer. Die Personen stammen überwiegend aus Tunesien, Tschechien und Georgien.