Neue Polizeipräsidentin: GdP Berlin signalisiert Unterstützung und hofft auf Paradigmenwechsel

11. April 2018 | Themenbereich: Berlin, Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Nachfolge von Klaus Kandt ist geklärt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) verkündete wie erwartet, dass Barbara Slowik als neue Polizeipräsidentin die Verantwortung für mehr als 24.000 Kolleginnen und Kollegen der Berliner Polizei übernimmt. Slowik gilt als anerkannte Innenexpertin, war zuletzt im Bundesinnenministerium für die IT-Steuerung in der Abteilung für Informationstechnik, Digitale Gesellschaft und Cybersicherheit zuständig. Zuvor leitete sie das Referat für Grundsatzangelegenheiten der Terrorismusbekämpfung sowie für Personen- und Objektschutz. Die Gewerkschaft der Polizei beglückwünschte den Innensenator zu einer guten Wahl, signalisiert der neuen Polizeipräsidentin bestmögliche Unterstützung und hofft auf einen generellen Paradigmenwechsel innerhalb der Berliner Polizei.

Strukturelle Veränderungen wichtiger als personelle

„Wir freuen uns, dass der Innensenator wie angekündigt eine schnelle und vielversprechende Besetzung dieser nicht ganz unwichtigen Position umgesetzt hat und gratulieren Frau Slowik zu ihrer neuen Aufgabe“, so der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Detlef Herrmann, der zudem einen Dank an Michael Krömer richtete, der seit Anfang April kommissarisch als Polizeipräsident fungierte und Slowik bis zur Neubesetzung des Vizeposten frühestens im September unterstützen wird. „Nach unseren Kenntnissen bringt sie Führungsqualität und Innovation mit, das sind schon mal zwei wesentliche Eigenschaften, die es für diesen Posten benötigt. Viel wichtiger als die reine Personalentscheidung ist es aber, dass sich strukturell etwas verändert. Wir haben einige wesentliche Fehlentscheidungen in den letzten Jahren erlebt, die ihre tiefen Spuren in der tagtäglichen Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen hinterlassen haben. Wir stehen Frau Slowik als Ansprechpartner zur Verfügung und hoffen auf Gespräche für Grundsatzentscheidungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, so Herrmann weiter.

Polizeipräsidentin muss Politik Grenzen aufzeigen

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei sprach von zahlreichen Aufgaben, mit denen sich die neue Polizeipräsidentin bereits in den nächsten Wochen und Monaten auseinandersetzen muss: „Uns ist klar, dass sich vieles nicht von heute auf morgen verändern wird und auch die neue Polizeipräsidentin muss sich erst einmal einfinden. Unsere Kolleginnen und Kollegen verdienen aber jemanden an der Spitze, der ihre wesentlichen Themen angeht und sich für ihre Interessen stark macht.“ Unter anderem benannte Herrmann die Folgen der Strukturreform PG EES; das Wirrwarr um Arbeitszeitmodelle, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Planungssicherheit nahezu unmöglich machen; die strukturell bedingten Probleme an der Polizeiakademie; das lange Jahre ignorierte Thema Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz; zu wenig Einsatztraining sowie das in den letzten Jahren desaströse Personalmanagement. „Bei all den Problemen wird es in erster Linie darum gehen, die Basis wieder mit ins Boot zu holen und hinter sich zu vereinen. Zufriedene Kolleginnen und Kollegen sind die beste Werbung für die Berliner Polizei. Das wird aber nur gelingen, wenn man zuhört, gegenüber der Politik auch mal auf den Tisch haut und nicht immer nur kleinbeigibt. Dazu gehört es auch, Grenzen aufzuzeigen, die Berlins Politik mit den zur Verfügung gestellten Personalressourcen und Nachlässigkeiten bei der Schaffung von Ermächtigungsgrundlagen selbst gesetzt hat“, so Herrmann.

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