Sicherheitsbranche: Trotz Umsatzrückgang – Arbeitskräftemangel wird immer größer

27. März 2018 | Themenbereich: Security | Drucken

Nach drei außergewöhnlich umsatzstarken Jahren ist der Umsatz der privaten Sicherheitsdienste 2017 gesunken. Laut der aktuellen Konjunkturstatistik des Statistischen Bundesamtes sind es -3,8 Prozent. “Die letzten Jahre waren besonders durch die Flüchtlingssituation mit extremen Umsatzsteigerungen verbunden“, so der Hauptgeschäftsführer des BDSW Dr. Harald Olschok. Vor allem der Umsatzzuwachs von rund 40 Prozent in den Jahren 2015 und 2016, auf das Rekordniveau von 8,4 Milliarden Euro, war „ungesund“, so Olschok.

Trotz dieses Umsatzrückgangs sucht die Sicherheitsbranche händeringend nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 78% der Unternehmen in der Sicherheitswirtschaft haben Probleme bei der Stellenbesetzung. „Wir sind damit nach der Zeitarbeit (83 %) die Branche, die am stärksten vom Arbeitskräftemangel betroffen ist, so Olschok. Dies sei das Ergebnis des vom DIHK vor wenigen Tagen vorgelegten Arbeitsmarktreports 2018.

Dieses Ergebnis sei für Olschok nicht überraschend. Die Nachfrage nach privaten Sicherheitsdienstleistungen – außerhalb der Flüchtlingsunterkünfte – nehme in Deutschland immer stärker zu. Das gelte für den Objektschutz, für die Kontrollen an Verkehrsflughäfen, den Schutz von Veranstaltungen und des öffentlichen Personenverkehrs. Wenn jetzt ein Innenminister nach dem anderen „stolz seine Kriminalstatik mit sinkenden Fallzahlen“ vorstelle, so werde dabei negiert, dass die Eigenvorsorge der Wirtschaft aber auch von staatlichen Einrichtungen kontinuierlich zunehme und private Sicherheitsdienste beauftragt würden. „Dies entlastet die Kriminalstatistik“, so Olschok abschließend.