Auszeichnung des Integrationspreises Brandschutz

19. März 2018 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Hessen | Drucken

In Vertretung des Hessischen Innenministeriums hat Ministerialdirigent Gunnar Milberg, Leiter der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz, Verteidigungswesen, Krisenmanagement im Innenministerium, in Frankfurt vier Freiwillige Feuerwehren sowie den Vogelsbergkreis für ihre Integrationsarbeit ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Hessen (LFV) zeichnete der Abteilungsleiter die Brandschützer aus Bad Nauheim, Bad Hersfeld und Raunheim mit dem Integrationspreis aus, der Vogelsbergkreis sowie die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim gewannen den Ideenwettbewerb Integration. Beide Preise verleiht das Innenministerium in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband im Rahmen der gemeinsamen Integrationskampagne Brandschutz.

„Bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund können auch die Freiwilligen Feuerwehren vor Ort eine überragende Rolle spielen. Sie sind das Bindeglied in unseren Städten und Gemeinden und prägen – getragen vom Gedanken des ehrenamtlichen Engagements – unser Zusammenleben wie kaum eine andere Institution. Die Verleihung des Integrationspreises sowie die Kür der Ideenwettbewerb-Gewinner bietet uns nun die Gelegenheit, die engagierte Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort zu würdigen, deren Projekte in der Integrationsarbeit beispielhaft für Feuerwehren in ganz Hessen sind“, so Ministerialdirigent Gunnar Milberg.

Im Rahmen der Integrationskampagne Brandschutz haben wir in den vergangenen Monaten vielfältige Bausteine für den wichtigen Bereich der integrativen Arbeit geschaffen, die helfen sollen, Menschen mit Migrationshintergrund für die Arbeit in den Feuerwehren zu begeistern. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit dem Innenministerium. Mit dem Integrationspreis sowie dem Ideenwettbewerb zeichnen wir nun verdiente Feuerwehren aus, die zum Teil seit Jahrzehnten im Integrationsbereich arbeiten und tolle Projekte und Ideen entwickelt haben. Dies fügt sich auch gut in unser Projekt „Feuerwehr – gemeinsam in die Zukunft“ ein, in dem wir als Teil des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ die Vielfalt in den Feuerwehren stärken wollen“, so LFV-Präsident Dr. Ralf Ackermann.

Der Integrationspreis zeichnet besondere Projekte und herausragendes Engagement in der Integrationsarbeit aus und ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert; 3.000 Euro erhält der Gewinner, 2.000 bzw. 1.000 Euro der Zweit- und Drittplatzierte. Mit dem Ideenwettbewerb sollen Projektideen prämiert werden, die dann gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Landesfeuerwehrverband umgesetzt und sowohl finanziell als auch strukturell unterstützt werden. Die Umsetzung des Projekts ist auf ein Jahr angelegt.

Die Gewinner

Integrationspreis

1. Platz: Freiwillige Feuerwehr Bad Nauheim

Die Feuerwehr Bad Nauheim engagiert sich bereits seit Jahren und Jahrzehnten für die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund. Bereits in den 1980er Jahren absolvierte in Bad Nauheim der erste Migrant den Grundlehrgang und blieb der Feuerwehr bis in die späten 1990er Jahre treu. Damals etwas Besonderes, ebnete dies den Weg für eine erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in diese Feuerwehr. Mit der Zeit entwickelte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Nauheim eine kulturelle Vielfalt, die getragen wird von sozialer und interkultureller Kompetenz und Toleranz. Insgesamt acht der Einsatzkräfte weisen einen Migrationshintergrund auf und stammen aus vier unterschiedlichen Nationen. Zudem weisen aktuell 15 Kinder in der Jugendfeuerwehr einen Migrationshintergrund auf.

2. Platz: Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld startete 2016 das Projekt „Dialog mit anderen Kulturen“. Mit dem Projekt vermitteln die beteiligten Einsatzkräfte sehr erfolgreich die Kultur des Ehrenamtes sowie Arbeitsinhalte und Aufgabengebiete innerhalb der Feuerwehr, vom Einsatzgeschehen bis hin zur Brandschutzerziehung. Aus dem Projekt resultierten verschiedenste Begegnungen, die das gegenseitige Verständnis von Migranten und der Feuerwehr stärkten; ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit in Bad Hersfeld.

3. Platz: Freiwillige Feuerwehr Raunheim

Im Rahmen der Imagekampagne „Deine Stadt – Deine Feuerwehr“ Sei dabei!“ führte die Feuerwehr Raunheim einen Aktions- und Mitmachtag für alle Bürgerinnen und Bürger durch und sprach im Hinblick auf einen Projekttag auch gezielt Migranten an. Dadurch gelang es, Menschen mit Migrationshintergrund für die Teilnahme zu interessieren und im Rahmen des Aktionstages auch für die Feuerwehr zu begeistern. Aus diesem einzigen Projekttag gingen zwei neue Mitglieder hervor, beide mit Migrationshintergrund.

Ideenwettbewerb Brandschutz

Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt

Die Freiwillige Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt hat das Konzept „Integration 2.0“ entwickelt. Mit dem Konzept soll innerhalb der Feuerwehr für das Thema Integration sensibilisiert und dafür das entsprechendem Schulungsmaterial beschafft. Andererseits wollen die beiden Interkulturellen Berater der Freiwilligen Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt Migrantinnen und Migranten durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit ansprechen und so für eine Mitarbeit in der Feuerwehr gewinnen. In einem zweiten Schritt ist geplant, die neu gewonnenen Feuerwehrangehörigen mit Migrationshintergrund in die Brandschutzaufklärung in Flüchtlingsunterkünften miteinzubeziehen, um so eine erhöhte Akzeptanz in den Unterkünften zu erfahren und gleichzeitig für die Feuerwehr zu werben.

Vogelsbergkreis

Der Vogelsbergkreis hat gemeinsam mit der kreiseigenen WIR-Koordinatorin und in Absprache mit der örtlichen Volkshochschule die Idee entwickelt, Zugewanderten das Thema Feuerwehr im Rahmen des Sprachunterrichts in Integrations- bzw. Orientierungskursen näherzubringen.

Im Vordergrund stehen dabei nicht nur Aufgaben, Organisation und Ausstattung der Feuerwehr, sondern insbesondere auch das Wesen des Ehrenamtes. Durch die Aufklärung das Verhalten im Notfall wird als wesentlicher Teilaspekt die Sicherheit der Menschen erhöht.

Hintergrund: Integrationskampagne

Die Integrationskampagne wurde im Jahr 2016 von Innenministerium und Landesfeuerwehrverband ins Leben gerufen. Neben den Preisverleihungen beinhaltet die Kampagne auch die Schulung von Feuerwehrangehörigen im Bereich der interkulturellen Kompetenz sowie deren Ausbildung zu „Interkulturellen Beratern“. Dazu bietet die Hessische Landesfeuerwehrschule zwei aufeinander aufbauende zweitägige Seminare an. Mittlerweile wurden hessenweit rund 40 Interkulturelle Berater ausgebildet, weitere rund 60 Feuerwehrangehörige besuchten die Seminare zur Vermittlung von interkultureller Kompetenz. Das Innenministerium fördert die Arbeit der Interkulturellen Berater auch finanziell.

Koordiniert werden die Maßnahmen der Integrationskampagne vom „Integrationsbeirat Brandschutz“ beim HMdIS, in dem alle maßgeblichen Organisationen vertreten sind: neben Innenministerium und LFV auch das Sozialministerium, die Unfallkasse Hessen, die kommunalen Spitzenverbände, die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen sowie das Integrationsbüro des Kreises Offenbach, das mit seiner Erfahrung die Kampagne maßgeblich unterstützt.

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