Alle 36 Minuten ein Angriff auf Polizisten in NRW

15. März 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Im vergangenen Jahr hat es in NRW 7058 Widerstandshandlungen gegen Polizistinnen und Polizisten gegeben. Darauf hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Vorfeld der heutigen Diskussion im Düsseldorfer Innenausschuss aufmerksam gemacht. Bei den Angriffen wurden 14 505 Polizisten attackiert, das ist ein Anstieg um fast 50 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.
Während die Gewalt in der Gesellschaft immer mehr zurückgeht, werden die Polizisten immer häufiger angegriffen. Angesichts des dramatischen Anstiegs der Widerstandshandlungen gegen die Beamten fordert die GdP, dass die Täter konsequent bestraft werden. „Meine Kolleginnen und Kollegen werden getreten, geschlagen, geschubst und mit Gegenständen attackiert, nur weil sie eine Uniform tragen. Deshalb erwarte ich, dass die Gerichte den neuen Straftatbestand, den der Gesetzgeber im vergangenen Jahr für Angriffe auf Vollzugsbeamte geschaffen hat, konsequent anwenden und die Täter zu Haftstrafen verurteilen“, sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert.

Sorge bereitet der GdP zudem die immer mehr zunehmende Verbreitung von Messern. „Nach Beobachtungen meiner Kollegen führen immer mehr Jugendliche und Heranwachsende Messer mit sich und drohen damit bei Auseinandersetzungen. Die Jugendlichen übersehen dabei, dass sich aus dem Einsatz eines Messers in Sekundenbruchteilen eine lebensgefährliche Situation ergeben kann“, warnte Plickert.

Um dem entgegenzuwirken, fordert die GdP, dass in der Öffentlichkeit verstärkt über die Gefahren, die von Messern ausgehen, aufgeklärt wird. Zudem fordert die GdP, dass endlich genau erfasst wird, wann es in der Vergangenheit überall zum Einsatz von Messern bei Gewalttaten gekommen ist. „Diese Daten fehlen bislang in der Kriminalstatistik“, bedauert der GdP-Vorsitzende. „Deshalb ist die heute von der SPD auf den Weg gebrachte Initiative, die Zahl und die Umstände von Messerattacken in NRW genau zu erfassen, richtig. Nur wenn wir die Dimension dieses neuen, gefährlichen Trends genau kennen, sind wir in der Lage, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“