Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 – Erfolge gibt es nicht kostenlos –

2. März 2018 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

„Der Aussagewert der PKS ist wissenschaftlich umstritten. Dennoch gibt es auf absehbare Zeit trotz aller berechtigten Vorbehalte keinen anderen oder sogar besseren Gradmesser für das Kriminalitätsgeschehen“, so der Landesvorsitzende des BDK Berlin, Michael Böhl, anlässlich der PKS- Veröffentlichung für das zurückliegende Kalenderjahr.

Polizeiliche Schwerpunktsetzung lohnt sich

„Die Polizei muss Schwerpunkte setzen. Da wo sie es kann und tut, wird das in der Regel mit Erfolgen belohnt. Diese Erfolge werden auch an der PKS durch zurückgehende Zahlen deutlich. Dies gilt aber nur für bestimmte, durch polizeiliches Handeln auch beeinflussbare Deliktsfelder“, so der Berliner BDK-Landesvorsitzende weiter.

Abstimmung mit der Justiz – Schwerpunktstaatsanwälte

Beispielsweise ist in die Bekämpfung von Wohnraumeinbruch und Taschendiebstahl seitens der Polizei viel investiert worden und die Konzepte zahlen sich offenbar aus. Prävention, Einsatz von unterstützender Technik und täterorientiertes Vorgehen sind aber nicht allein erfolgreich. Es bedarf immer einer Abstimmung mit der Justiz.

„Dort, wo wir gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Bekämpfungsschwerpunkte setzen können, sind wir besonders erfolgreich. Deshalb müssen wir in vielen Deliktsfeldern weitere spezialisierte Staatsanwälte bekommen, mit denen wir unsere Strategien abstimmen können! “, fordert Böhl.

Prävention setzt Personal für täterorientierte Ermittlungen frei

„Insgesamt müssen wir dafür Sorge tragen, dass es den Tätern nicht zu leicht gemacht wird. Hier können Einwohner und Besucher Berlins durch das Beherzigen von einfachen Verhaltenstipps viele Taten verhindern. Jede verhinderte Tat muss nicht bearbeitet werden. Dadurch könnten wir uns stärker auf Banden und Serientäter konzentrieren. Taten verhindern und Täter bestrafen. Das ist schon deshalb wichtig, weil wir nicht unendlich viel Personal haben!“ erläutert der Kripo-Experte Böhl.