Verkehrsunfallbilanz 2017: GdP fordert mehr Druck auf kriminelle Spediteure

24. Februar 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

2017 sind in NRW 40 Menschen weniger im Straßenverkehr gestorben als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Verletzten ist leicht auf 77 298 Verkehrsopfer gesunken. 13 331 Menschen wurden allerdings schwer verletzt. Trotz des Rückgangs bei der Zahl der Verkehrstoten und der Verletzten sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in der heute von Innenminister Herbert Reul (CDU) veröffentlichten Verkehrsunfallbilanz für 2017 aber keinen Grund zur Entwarnung. Sorge bereitet der GdP vor allem die hohe Zahl der von LKWs verursachten schweren und tödlichen Verkehrsunfälle und die Zunahme der Verkehrsopfer durch Pedelc- und Krad-Fahrer.

„Im Schnitt rauscht mindestens einmal im Monat in NRW ein LKW in ein Stauende. Lenkzeitverstöße, unzureichende Ladungssicherung, Überladung und Manipulationen bei LKWs sind keine Kavaliersdelikte, sondern machen aus einem LKW eine rollende Bombe“ sagte der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert.

Die GdP fordert, dass mit der ständig steigenden die Zahl der Gütertransporte in NRW auch die Zahl der Polizisten, die die LKWs kontrollieren und unsichere Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen sollen, erhöht wird. „Schwere LKW-Unfälle passieren nicht einfach, sondern sie sind in der Regel auf bewusste Regelverstöße durch Fahrer und Spediteure zurückzuführen, zum Beispiel durch das Ausschalten von automatischen Abstandshaltesystemen und einem Teil der Fahrzeugbremsen sowie durch das massive Überschreiten der gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten“, kritisiert der GdP-Vorsitzende.

Um das Entdeckungsrisiko zu erhöhen, braucht die Polizei eine bessere Technik und mehr Spezialisten, aber auch mehr Kontrollplätze entlang der Autobahnen in NRW. „Es war ein Fehler, dass sich die Polizei in den vergangenen Jahren aus der Kontrolle des gewerblichen Güter- und Schwerlastverkehrs weitgehend zurückgezogen hat. Da muss jetzt gegen gesteuert werden“, fordert Plickert. Verantwortlich für die massiven Verkehrsverstöße durch LKWs sind aus Sicht der GdP nicht nur die Fahrer, sondern auch die Speditionen. „Die Fahrer sind nur das schwächste Glied in der Kette. Wir müssen endlich an die schwarzen Schafe in der Branche ran, die für den wahnsinnigen Termin- und Kostendruck verantwortlich sind. Speditionen, die ständig gegen die Verkehrsregeln verstoßen, muss die Lizenz entzogen werden“, fordert der GdP-Vorsitzende.