Einweihung der neuen Raumschießanlage für die Landespolizei

31. Januar 2018 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Polizei | Drucken

Zum Training des polizeilichen Einsatzverhaltens gehört in der Aus- und Fortbildung der Landespolizei auch der regelmäßige Umgang mit der Waffe. Dafür gibt es an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow nun eine der modernsten multifunktionalen Raumschießanlagen in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde heute durch Innenminister Lorenz Caffier offiziell eingeweiht. Hier trainieren die Polizeibeamtinnen und -beamten, um im Ernstfall schnell und richtig einschreiten zu können. In einem 20m x 20m großen Simulationsraum mit 180°-Schießanlage können über eine Beameranlage im Deckenbereich Echtzeitszenarien an die Wand projiziert und so Situationen aus dem Polizeialltag nachgestellt werden. Eine 25m Bahn steht für die klassischen Schießübungen zur Verfügung.

„Wir haben jetzt für die Landespolizei eine Ausbildungs- und Trainingsstätte, die unsere Beamtinnen und Beamten für den schnellen und richtigen Einsatz im Ernstfall vorbereitet“, lobt Innenminister Lorenz Caffier. „Hier kann nicht nur der gezielte Schuss trainiert werden, sondern anhand realistischer Szenarien das situationsgerechte Vorgehen und Verhalten, das als letztes Mittel auch den Einsatz der Schusswaffe vorsieht. In der neuen Schießanlage kann nicht nur die reine Schießausbildung stattfinden, sondern auch ein ganzheitliches Training unter Berücksichtigung aller einsatztaktischen Aspekte und rechtlichen Grundlagen.“

Das Training in herkömmlichen Schießcontainern oder auf Schießständen, die die Polizei bisher nutzte, wird den steigenden Anforderungen im Polizeialltag nicht mehr voll gerecht. Außerdem werden mehr Polizeischüler ausgebildet, was den Platzbedarf erhöht.

Im neu gebauten Gebäude befindet sich eine hochkomplexe technische Anlage. Etwa die Hälfte der Gesamtbaukosten in Höhe von 6,3 Mio. Euro entfielen auf die technische Ausstattung, was deutlich macht, vor welchen Herausforderungen auch der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften im Geschäftsbereich Neubrandenburg stand, der das Bauprojekt ausgeführt hat. Die Videotechnik für die Darstellung der Übungsszenarien war für den BBL bisher einzigartig in der Planung und Umsetzung. Auch musste die Technik den neuesten Vorschriften zur Belüftung entsprechen. Die Anlagen zur Aufbereitung der zuzuführenden Frischluft sowie zur Entsorgung der durch Schmauch aus den benutzten Schusswaffen kontaminierten Abluft im Umfang von 73.000 Kubikmetern pro Stunde haben den Kolleginnen und Kollegen des BBL, des Innenministeriums, der Polizei und der Fachhochschule, die gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet haben, viel Mühe und Kraft gekostet. Wegen der technischen Besonderheiten waren bis zur vollfunktionsfähigen Ausbildung zunächst ein Probebetrieb nach der technischen Übergabe und die Überprüfung der Funktionsfähigkeit der gesamten Anlage im Wirkbetrieb nötig.

Architektonisch passt sich das Gebäude gut in das denkmalgeschützte Gesamtensemble der Fachhochschule Güstrow an der Goldberger Straße ein. Üblicherweise werden solche Gebäude zweigeschossig errichtet, hier wurde aus Rücksicht auf das Campus-Ensemble ein eingeschossiger Bau eingefügt. In der Fassade wurden 57.000 speziell gebrannte Backsteine verbaut.