Beim Streifenwagen kommt es nicht auf das Image einer Marke an, sondern auf die Eignung für den Polizeialltag

30. Januar 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

 

„Zu klein und für den Polizeialltag nicht geeignet“, so lautet das Urteil der Polizistinnen und Polizisten über den seit Herbst 2015 in NRW als Streifenwagen eingesetzten BMW 318 Touring. Um diesen Fehler bei der Auswahl des nächsten Streifenwagens zu vermeiden, werden in einem heute von Innenminister Herbert Reul (CDU) gestarteten Probelauf Polizisten in fünf verschiedenen Behörden fünf Wochen lang fünf verschiedene Automodelle als möglichen Nachfolger für den BMW 318 Touring testen. Reul greift damit eine Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf, die Polizisten, die nachher im Streifenwagen sitzen, vor einer Entscheidung über den neuen Wagen zu fragen, ob das vorgeschlagene Modell überhaupt praxistauglich ist. „Genau das passiert jetzt“, lobt GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert den heute gestarteten Probelauf.

Weil die Polizisten in NRW wegen der veränderten Sicherheitslage immer mehr Ausrüstungsgegenstände mit sich führen müssen, fordert die GdP, dass im neuen Streifenwagen deutlich mehr Stauraum zur Verfügung steht, als im bislang eingesetzten BMW. „Das Innenministerium erwartet, dass die Polizisten, die bei einem Terroranschlag als erste vor Ort sind, gezielt gegen die Attentäter vorgehen. Deshalb müssen die Polizisten die verstärkten Schutzwesten und die neuen Helme, die sie als Schutz vor den Attentätern ständig im Streifenwagen mit sich führen müssen, dort auch unterbringen können“, umschreibt Plickert das Problem.

Entscheidend ist aus Sicht der GdP zudem die Zuladefähigkeit der Fahrzeuge. Beim bisher eingesetzten BMW ist das zulässige Höchstgewicht bereits dann erreicht, wenn neben den beiden Beamten, die normalerweise im Streifenwagen sitzen, noch ein Kommissaranwärter mitfährt oder ein Tatverdächtiger zur Wache gebracht werden muss. „Das geht nicht, weil dadurch die Sicherheit aller im Streifenwagen sitzenden Personen gefährdet wird“, betont Plickert.

Entscheidend für die Frage, welches der jetzt vom Innenministerium getesteten fünf Fahrzeuge am Ende angeschafft wird, ist aus Sicht der GdP dessen Tauglichkeit für den Polizeialltag, nicht sein Image-Wert. Auch ein Mix des Fahrzeugsparks aus verschiedenen Modellen für unterschiedliche Einsätze kann aus Sicht der GdP sinnvoll sein.