Kripo-Chef will mehr Qualität mit weniger Personal

25. Januar 2018 | Themenbereich: Bremen, Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Den jüngst öffentlichkeitswirksam von Bremens Kripo-Chef Daniel Heinke dargestellten Kurs, Gewaltkriminalität intensiver zu bekämpfen, unterstützt der Bremer Landesbezirk der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Schließlich müssten Bremens Polizeibeamte im Dienst immer wieder erfahren, dass körperliche Auseinandersetzungen zusehends rücksichtloser geführt würden. Nicht selten werden sie dabei selbst Opfer brutaler Attacken wie Tritten gegen den Kopf oder Messerstichen. Genau solche Tathandlungen will der Leiter der Kriminalpolizei viel häufiger als Tötungsdelikt deklarieren.
Personalausstattung der Polizei für derartiges Vorgehen völlig unzureichend
Lüder Fasche ist derzeit Vorsitzender des Landesfachausschusses Kriminalpolizei in der GdP. Er schränkt dazu ein, dass es eine generelle Einordnung als Tötungsdelikt für eine oder mehrere Formen von Gewaltkriminalität nicht geben könne. Herrin des Verfahrens sei allein die Staatsanwaltschaft. Nur sie treffe in jedem Einzelfall eine für die Polizei bindende deliktische Einordnung.

Auch sieht Fasche die Personalausstattung der Polizei für ein derartiges Vorgehen als völlig unzureichend an und erläutert: „Die Bearbeitung von Tötungsdelikten unterliegt immer einer besonderen Dynamik. Sie gelten stets als Sofortsachen, die rund um die Uhr umfassend bearbeitet werden müssen. Schließlich ist es ja auch Ziel, den Täter umgehend in Untersuchungshaft zu bekommen, damit er keine weiteren Taten begehen und sich dem Verfahren nicht entziehen kann. Andererseits gilt es auch, frühzeitig Entlastendes zu ermitteln, bevor man jemanden einsperrt. Dies erfordert erheblich mehr Personal. Dass zuständige Kommissariat ist bereits jetzt durch mehrere tausend Überstunden belastet und unterbesetzt. Mehr Qualität mit weniger Personal ist auch hier nicht möglich.“

Personalzuwachs für die Kripo sei in nächster Zeit nicht zu erwarten. Die hohe Motivation der Kollegen und Kolleginnen, sich jenseits irgendwelcher Bereitschaftszeiten immer wieder für solche Delikte in ihrer Freizeit alarmieren zu lassen, werde über Gebühr strapaziert. Dies sei nicht länger hinnehmbar.

„Wer in dieser für die Polizei Bremen schwierigen Zeit einen Aufgabenzuwachs definiert, kann dies nicht auf dem Rücken der Kollegen und Kolleginnen tun, sondern muss dann auch Lösungen präsentieren, wie er bewältigt werden kann“, fordert der früher in der Mordkommission tätige GdP -Funktionär.

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