Herrmann beim traditionellen Polizeigottesdienst

19. Januar 2018 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Der diesjährige Polizeigottesdienst der Bayerischen Polizei hat gestern in der Bischofskirche St. Matthäus in München stattgefunden. Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann war das ein willkommener Anlass, sich für die hervorragende Arbeit zu bedanken: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Bayerischen Polizei haben durch Ihren vorbildlichen und unermüdlichen Einsatz wieder maßgeblich dafür gesorgt, dass wir in Bayern sicherer leben können, als anderswo.“ Herrmanns Dank galt auch allen, die sich haupt- und ehrenamtlich für die Polizeiseelsorge einbringen: „Die christlichen Kirchen sind mit ihrer Polizeiseelsorge ein wichtiger Ansprechpartner für unsere Polizistinnen und Polizisten nach belastenden Einsätzen und Erlebnissen.“

Ein wichtiges Thema für den bayerischen Innenminister war die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte. „Es ist unfassbar, wie schnell sich ein scheinbarer Routineeinsatz von einer Sekunde auf die andere in eine gefährliche und zum Teil lebensbedrohliche Situation entwickeln kann“, mahnte Herrmann und erinnerte beispielsweise an die jüngsten Vorfälle vom vergangenen Wochenende in Regensburg, wo unter anderem ein Asylbewerber einem auf dem Boden liegenden Polizisten Fußtritte gegen den Kopf verpasste. Ebenfalls für Entsetzen hat nach Herrmanns Worten der Fall der 26-jährigen Polizeikollegin gesorgt, der im Juni 2017 am S-Bahnhof Unterföhring in den Kopf geschossen wurde. Seitdem kämpft sie mit den schwerwiegenden Folgen. Auch der G20-Gipfel in Hamburg mit 76 mutwillig verletzten bayerischen Polizistinnen und Polizisten zeigt laut Herrmann das teilweise erschreckend hohe Gewaltniveau. „Wir sind in Gedanken bei den Verletzten und deren Familien und wünschen ihnen die nötige Kraft, sich schnellstmöglich und vollständig zu erholen“, erklärte Herrmann. Gleichzeitig machte der bayerische Innenminister auch deutlich, dass die Gewalttäter hart und konsequent bestraft werden müssen.

Mit dem traditionellen Gottesdienst für alle Konfessionen gedenken Polizistinnen und Polizisten aus ganz Bayern alljährlich ihres Schutzpatrons, des Heiligen Sebastian. Der Gottesdienst findet im jährlichen Wechsel zwischen katholischer und evangelischer Polizeiseelsorge statt. Dieses Jahr hielt Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, Mitglied des Landeskirchenrats der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die Predigt. Gestaltet wurde der Gottesdienst von den landeskirchlichen Beauftragten der evangelischen Polizeiseelsorge in Bayern, Kirchenrätin Hilda Schneider und Kirchenrat Matthias Herling. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Polizeiorchester Bayern.

Die Polizeiseelsorge in Bayern wurde 1920 ins Leben gerufen. Sie ist ein Angebot der evangelischen und der katholischen Kirche für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Polizei und deren Familienangehörige. Derzeit arbeiten bei der Bayerischen Polizei elf hauptamtliche und elf nebenamtliche Polizeiseelsorger.