Polizeipraktische Fächer müssen von Polizisten gelehrt werden

17. Januar 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Polizisten sind in ihrem Berufsalltag immer wieder schwierigen Situationen ausgesetzt, die sie sicher beherrschen müssen. Innerhalb des dreijährigen Bachelor-Studiums, das in NRW alle Nachwuchspolizisten durchlaufen, werden die polizeipraktischen Fächer deshalb bislang von erfahrenen Polizistinnen und Polizisten vermittelt und nicht von Wissenschaftlern, die den Berufsalltag von Polizisten nur aus der Theorie kennen. Dieser Praxisbezug ist zwingend erforderlich, damit die Nachwuchspolizisten ihre Aufgaben erfolgreich bewältigen können. Deshalb lehnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Überlegungen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in NRW (FHöV) ab, die bislang als Lehrende an der Hochschule eingesetzten Polizisten durch Wissenschaftler ohne eigene Einsatz- und Führungserfahrung zu ersetzen.

„Polizisten brauchen ein umfangreiches Fachwissen, um die schwierigen Situationen, mit denen sie im Berufsalltag jeden Tag konfrontiert sind, zu bewältigen. Und sie brauchen ein hohes Maß an Problemlösungskompetenz. Deshalb ist es gut, dass der Vermittlung theoretischer Grundlagen bei der Ausbildung der Nachwuchspolizisten in NRW ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Aber die angehenden Polizisten müssen durch den Studiengang Polizei auch auf den Berufsalltag bei der Polizei vorbereitet werden“, betont GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert. „Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass polizeispezifische Fächer von Polizeibeamten mit praktischer Einsatz- und Führungserfahrung gelehrt werden und nicht von polizeifremden Dozenten ohne Berufsbezug. Sonst würde die Polizei ihren Einfluss auf ihre eigene Nachwuchsausbildung verlieren“, warnt der GdP-Vorsitzende.

Im Bachelor-Studiengang für die Polizei sind Theorie-, Trainings- und Praxisphasen eng miteinander verzahnt. Während die theoretischen Grundlagen der Polizeiarbeit an der FHöV vermittelt werden, wenden die angehenden Polizisten anschließend die dort erworbenen Kenntnisse in praxisnahen Trainingseinheiten am landeseigenen Amt für Ausbildung, Fortbildung und Personalgelegenheiten der Polizei (LAFP) an, um sie danach in Praktika-Phasen in den Polizeibehörden vor Ort zu vertiefen. Die Nachwuchsausbildung der NRW-Polizei genießt bundesweit einen hervorragenden Ruf.

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