Kleine Waffenscheine: GdP sieht Entwicklung kritisch

17. Januar 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen sieht den Trend hin zu mehr kleinen Waffenscheinen weiterhin kritisch. „Es handelt sich nur um eine scheinbare Sicherheit. Wir halten solche sogenannten Anscheinswaffen eher für gefährlich“, sagt der Landesvorsitzende der GdP Niedersachsen, Dietmar Schilff.

Die größte Gefahr dabei sei, dass Schreckschusswaffen äußerlich meist baugleich mit scharfen Schusswaffen sind: „Es ist kaum zu erkennen, ob die Waffe echt ist oder nicht. Das erschwert der Polizei die Arbeit enorm. Die Kolleginnen und Kollegen gehen immer davon aus, dass es sich um eine scharfe Waffe handelt“, so Schilff. Auch Gas-, Schreckschuss- oder Signalwaffen könnten schwere Verletzungen hervorrufen, wenn sie aus nächster Nähe auf einen Menschen gerichtet werden.

Als Gründe für die Beantragung von kleinen Waffenscheine sieht Schilff eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung sowie Imponiergehabe. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben immer wieder mit Anscheinswaffen zu tun, insbesondere auch mit Softair-Waffen. Meistens sind es junge Leute, die damit hantieren und imponieren wollen.“ Gefährlich daran ist, dass erfahrungsgemäß Auseinandersetzungen gerade dann eskalieren können, wenn eine Waffe mitgeführt wird. Der GdP-Landesvorsitzende sieht die Politik in der Verantwortung: „Wenn das Vertrauen von Bürgern in die staatliche Ordnung sinkt, muss gehandelt werden“, betont Schilff. Den Bürgerinnen und Bürgern empfiehlt die GdP, sich lieber mit Selbstverteidigungspraktiken vertraut zu machen und auf Waffen zu verzichten.

Die GdP fordert zudem die zuständigen Behörden auf, die Vergabe der Berechtigung sehr restriktiv zu handhaben. „Die GdP hat immer den kleinen Waffenschein zusammen mit der Registrierung von Käufer und Waffe gefordert, aber den Ländern war der damit verbundene Verwaltungsaufwand zu groß.“ Um Missbrauch auszuschließen, hält die GdP die Frage, den kleinen Waffenschein um eine „Bedürfnisprüfung“ zu ergänzen, für diskutierenswert.

1 Kommentar
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  1. Eine Schreckschusswaffe kann eine sehr effektive Selbstverteidigungswaffe sein, besonders wenn es gelingt, sie aufzusetzen beim Schuss.
    Hingegen macht es keinen Sinn, einem 60-jährigen einen Selbstverteidigungskurs oder das Wegrennen nahezulegen, denn ab einem gewissen Alter hat man damit keine Chance mehr.

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