Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung nimmt zu

16. Januar 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Schleswig-Holstein | Drucken

Am 15. Januar 2018 wurde durch das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein die zweite Dunkelfeldstudie für das Land SH vorgestellt. Die Gewerkschaft der Polizei begrüßt diese zweite Befragung zur Sicherheit und Kriminalität in Schleswig-Holstein. Bedenklich stimmen aus Sicht der GdP jedoch die Ergebnisse der Studie: Demnach wird jeder dritte Schleswig-Holsteiner Opfer einer Straftat. Noch bedenklicher: Nach wie vor wird nur jede dritte Straftat bei der Polizei angezeigt.
Polizeiliche und kommunale Prävention stärken
Die Studie belegt zudem, dass das allgemeine Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung gestiegen ist. Dies drückt sich auch durch den Anstieg der Eigenbewaffnungen aus. Politik, Gesellschaft, Polizei und Justiz dürfen in ihren Bemühungen nicht nachlassen, dieser gefährlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten.
Die GdP schlägt dazu unter anderem vor, die polizeiliche und kommunale Prävention zu stärken und die Rückkehr in die Fläche konzeptionell mit Organisations- und Personalkonzept zu hinterlegen. Es sei aber erfreulich, dass das Vertrauen in die Arbeit der Polizei signifikant gestiegen ist.
Von Stellenmehrungen nicht abweichen
Der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger dazu: „Hier zeigt sich, dass die Polizei hervorragend rund um die Uhr für die Sicherheit in Schleswig-Holstein sorgt. Bemerkenswert ist jedoch, dass 82,5 Prozent der Befragten die Polizei für überlastet halten.“ Er fordert, dass von dem Weg der Stellenmehrungen nicht abgewichen werden darf. Durch weniger Bewerber dürfe es zu keiner Verzögerung beim Stellenaufbau in der Landespolizei kommen. „Bis zum Jahre 2023 werden dringend 500 zusätzliche Polizisten in Schleswig-Holstein benötigt. Die Landespolizei arbeitet an der Belastungsgrenze und kann zurzeit nur unter großen Anstrengungen die Zeit überbrücken, bis die ersten Kolleginnen und Kollegen zusätzlich ausgebildet sind. Das Gewaltmonopol muss beim Staat bleiben“, unterstrich Jäger.
Vertrauen in Landespolizei und Justiz weiter stärken
Landespolizei und Justiz müssten dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger über die einzelnen Verfahrensschritte auf dem Laufenden gehalten werden. Dieses werde das Vertrauen in Landespolizei und Justiz weiter stärken. „Die hohen emotionalen und psychischen Belastungen von Kriminalitätsopfern zeigen, dass der Opferschutz in Kooperation mit dem Weißen Ring noch stärker in den Fokus polizeilicher und justizieller Arbeit rücken muss“, machte der GdP-Landesvorsitzende deutlich.

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