Neue Dienstpistole der Bayerischen Polizei

12. Januar 2018 | Themenbereich: Aktuell, Bayern | Drucken

Das hochmoderne Pistolen-Modell ‚SFP9‘ von Heckler & Koch wird die neue Dienstpistole der derzeit rund 34.000 Waffenträger bei der Bayerischen Polizei. Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in München bekannt gab, hat sich die SFP9 in einem aufwändigen Auswahlverfahren gegen andere Modelle durchgesetzt. Sie wird die seit 1979 eingesetzte P7 von Heckler & Koch ersetzen. „Besonderen Wert haben wir vor allem auf eine hohe Magazinkapazität gelegt“, erklärte Herrmann. Mit 15 Schuss in der SFP9 falle sie beinahe doppelt so hoch aus, wie bei der bisherigen P7. „Das war für uns gerade mit Blick auf die anhaltende terroristische Bedrohung wichtig“, argumentierte der Minister. Eine ebenfalls zentrale Rolle hatte nach Herrmanns Worten ein möglichst geringes Gewicht, eine einfache und sichere Bedienung sowie ein auf die jeweilige Handgröße des einzelnen Polizeibeamten flexibel anpassbares Griffstück.

Bis Ende 2019 soll die Umstellung auf das neue Dienstpistolen-Modell abgeschlossen sein. Insgesamt rechnet Herrmann mit Gesamtkosten von bis zu 30 Millionen Euro. Neben dem Kauf von rund 40.000 neuen Dienstpistolen nebst Zubehör, darunter auch Reservewaffen, Trainingswaffen und Schnittmodelle für die Aus- und Fortbildung, gibt es eine Reihe weiterer Projektkosten, etwa für die erforderliche Umrüstung der polizeieigenen Waffenwerkstätten.

Laut Herrmann hat sich die P7 aufgrund ihrer Leistung und Präzision zwar stets bewährt. Sie wird jedoch seit 2008 nicht mehr produziert, so dass langfristig der steigende Bedarf an Waffen und Ersatzteilen nicht mehr gedeckt werden kann. „Durch unser 2016 beschlossenes Konzept ‚Sicherheit durch Stärke‘, das von 2017 bis 2020 die Schaffung von insgesamt 2.000 neuen Stellen vorsieht, erreichen wir mit den haushaltsrechtlich bereits verankerten 500 Stellen für das Jahr 2018 mit mehr als 42.000 Stellen eine neue Höchstmarke im Stellenbestand der Bayerischen Polizei“, so der Minister.

Grundlage bei der Auswahl der neuen Dienstwaffe war die ‚Technische Richtlinie Pistole im Kaliber 9 mm x 19‘. Das Polizeitechnische Institut der Deutschen Hochschule der Polizei definiert darin die wesentlichen Parameter für moderne Polizeipistolen. „Wie bei der neuen Dienstkleidung war uns auch bei der Entscheidung zur neuen Dienstpistole die Meinung unserer Polizistinnen und Polizisten sehr wichtig“, machte Herrmann deutlich. „Die Dienstpistole ist im Ernstfall die ‚Lebensversicherung‘ unserer Beamtinnen und Beamten.“ Deshalb hat Herrmann im Frühjahr 2017 eine mit Experten besetzte Projektgruppe der Bayerischen Polizei unter Leitung des oberfränkischen Polizeipräsidenten Alfons Schieder eingesetzt. Unter anderem wurden in den vergangenen Monaten die in Frage kommenden Modelle von mehr als 1.100 Kolleginnen und Kollegen aus allen Einsatzbereichen der Bayerischen Polizei intensiv getestet. Das Ergebnis floss mit einer Gewichtung von mehr als 50 Prozent in die Entscheidung für die neue Dienstpistole ein. Zusätzlich wurden die Waffen von Experten und Technikern intensiv geprüft.

Wie der Innenminister erklärte, beginnt in den nächsten Wochen die Ausschreibung für ein passendes Holster und weiteres optimal auf die neue Dienstwaffe angepasstes Zubehör. „Auch hier planen wir intensive Tests und eine großangelegte Einbindung unserer Polizistinnen und Polizisten“, kündigte Herrmann an. Vor allem gehe es um Aspekte wie die Sicherung gegen ein Entreißen der Waffe, Tragekomfort, eine qualitativ hochwertige Verarbeitung und zahlreiche weitere Anforderungen. Sobald im Herbst 2018 die passende Kombination feststeht, wird laut Herrmann die Auslieferung an die neuen Polizistinnen und Polizisten in Ausbildung beginnen, damit sie von Anfang an mit der neuen Waffe trainieren können. Im Anschluss wird bis Ende 2019 Zug um Zug die komplette Bayerische Polizei umgestellt und intensiv an der neuen Waffe geschult.

„Eine moderne Ausstattung auf dem neuesten Stand ist eine wesentliche Voraussetzung für eine professionelle Polizeiarbeit“, zog Herrmann als Fazit. „Deshalb haben wir von 2015 bis 2018 den Sachhaushalt der Bayerischen Polizei um knapp ein Drittel auf aktuell 384 Millionen Euro erhöht.“ Als Beispiele für weitere Vorhaben, die aktuell bei der Bayerischen Polizei umgesetzt werden, nannte der Minister die Ausrüstung mit neuer ballistischer Schutzausstattung, Bodycams, Taser und Drohnen. „Der Freistaat investiert in seine Polizei wie kein anderes Bundesland“, so Herrmann weiter. „Dank der hervorragenden Arbeit unserer gut aufgestellten Bayerischen Polizei heißt in Bayern leben, sicherer leben!“

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.