Gewalt gegen Polizeibeamte ist Lagebild einer enthemmten Gesellschaft

3. Januar 2018 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hat nach den Ausschreitungen rund um die Silvesternacht die zunehmende Brutalität gegen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte scharf verurteilt. Meinen Kolleginnen und Kollegen schlägt im Alltag viel Aggressivität und Respektlosigkeit entgegen. Das Unrechtsbewusstsein vieler Bürger tendiert gen Null, selbst wenn sie gravierende Verfehlungen begangen haben“, sagte Malchow in Interviews für ARD und ZDF sowie Hörfunk und Tageszeitungen. Bei den jetzigen Debatten müsse zugleich der Fokus weg von Silvester. „Neujahr war nur der erste Tag – 364 weitere folgen. Meinen Kollegen schlägt seit Jahren im Alltag viel Aggressivität und Respektlosigkeit entgegen. Gewalt gegen Polizeibeamte ist das Lagebild einer enthemmten Gesellschaft“, betonte der Gewerkschafter.

Angriffe ohne jeden Anlass

„Die Gewerkschaft der Polizei hat über sieben Jahre darum gekämpft, der wachsenden Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ein deutliches Zeichen des Gesetzgebers entgegenzusetzen. Polizisten werden angegriffen und zum Teil schwer verletzt, weil sie Polizisten sind. Sie werden angegriffen und verletzt nicht nur bei Maßnahmen, die sie vollstrecken müssen, sondern auch völlig ohne Anlass, allein, weil sie dieses Amt im Auftrag von Staat und Gesellschaft ausüben.“ Es sei absolut richtig, so Malchow weiter, dass die gesetzlichen Änderungen auch für den Einsatz der Feuerwehr und der Rettungsdienste gelten.

Der GdP-Bundesvorsitzende forderte die Justiz auf, dass ermittelte Straftäter auch entsprechend bestraft werden. „Damit setzt die Gesellschaft ein Zeichen, dass solche Angriffe vom Staat nicht geduldet werden“, fügte er hinzu.