„Anstoß für ein neues Leben“ – Fußball-Resozialisierungsprojekt für jugendliche Gefangene

1. Dezember 2017 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Strafvollzug | Drucken

Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack und die Anstaltsleiterin Anne Damberg haben heute (30. November), gemeinsam mit den Projektpartnern, in der Jugendanstalt (JA) Schleswig den Vertrag zur Verlängerung der Resozialisierungsinitiative „Anstoß für ein neues Leben“ unterzeichnet. Für die Projektpartner nahmen neben DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg und dem SHFV-Vizepräsidenten für Qualifizierung und Soziales, Uwe Döring, der Technische Direktor des FC St. Pauli, Ewald Lienen, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Flensburg, Martin Rump, sowie Kirsten Lemke die Schulleiterin des Berufsbildungszentrum Schleswig und der Fachbereichsleiter Regionale Integration des Kreises Schleswig-Flensburg teil. Mit der Initiative der DFB-Stiftung Sepp Herberger sollen junge Gefangene und Haftentlassene durch Akteure aus Sport, Justiz und Arbeitsmarkt bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung unterstützt werden.

Nach drei sehr erfolgreichen Jahren wird die Zusammenarbeit von Ministerien, der Bundesagentur für Arbeit, dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) und der Jugendanstalt Schleswig für drei weitere Jahre fortgesetzt. „“Eine Besonderheit dieser vom Justiz- und vom Innenministerium getragenen Initiative ist die Verankerung in der Region durch die Kooperationspartner Berufsbildungszentrum Schleswig und den Fachbereich Regionale Integration des Kreises Schleswig-Flensburg““, erklärte Justizministerin Sütterlin-Waack. „“Der Sport erweist sich mit der Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ erneut als wichtiger Partner bei den gemeinsamen Anstrengungen, das Leben sozial, solidarisch und friedlich zu gestalten“.“

15 männliche Strafgefangene im Alter zwischen 16 und 24 Jahren können in der JA an dem Projekt teilnehmen. In den Kategorien Fußball, (vor)berufliche Qualifizierung sowie Soziales stehen verschiedene Fortbildungsangebote zur Verfügung. Dazu zählen Schiedsrichter- und Trainerausbildungen sowie Bewerber- und Anti-Gewalt-Trainings. Über das wöchentliche Fußballtraining hinaus wird es regelmäßig Fortbildungen aus diesen drei Bereichen geben.

DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg, Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung, unterstrich in der Jugendanstalt die „Anstoß-Idee“: „“Im Rahmen des Projektes bieten wir den jugendlichen Strafgefangenen vielseitige Chancen und Möglichkeiten, sogenannte „Anstöße für ein neues Leben“. Der Fußball als Wertevermittler kann dabei bereits viel bewegen. Die Ergreifung dieser Chancen für das Leben nach der Inhaftierung liegt jedoch in den Händen der Teilnehmer“.“ Die Teilnehmer werden durch die beteiligten Haftanstalten nach einheitlichen Kriterien ausgewählt. Dabei spielen zum Beispiel eine gute Sozialprognose sowie die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt eine Rolle.

Als Partner mit dabei ist der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV), dessen Vizepräsident Qualifizierung und Soziales, Uwe Döring, betonte: „“Der Fußballsport spielt in unserem Alltag eine große Rolle, egal ob aktiv dabei oder nur als Zuschauer am Rande. Wir, der SHFV, sind uns der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und stellen uns auch den Themen, die von Teilen der Bevölkerung als kritisch angesehen werden. Wenn wir unseren Beitrag leisten und jugendlichen Strafgefangenen sportliche Perspektiven für ihr zukünftiges Leben aufzeigen, ist dies auch ein Dienst an der Gesellschaft. Unser aller Ziel muss es sein, den Strafgefangenen dabei zu helfen, außerhalb der Mauern Fuß zu fassen und dabei kann der Sport helfen“.“

Innerhalb der Haftanstalt werden die Jugendlichen auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft von einem Team aus Vollzugsbediensteten und der Projektpartner betreut. Begleitet werden sie durch prominente Paten aus dem Fußball. So besuchte etwa der Technische Direktor des FC St. Pauli und Botschafter der DFB-Stiftung Sepp Herberger, Ewald Lienen, den heute ausgetragenen „4. Anstoß-Cup“. An dem Futsal-Turnier in der Jugendanstalt nahmen sechs Mannschaften von innerhalb und außerhalb des Vollzugs teil.

Schleswig-Holstein beteiligt sich als neuntes Bundesland an der gemeinsamen Aktion der DFB-Stiftung Sepp Herberger, des Deutschen Fußball-Bundes und der Bundes-agentur für Arbeit. Die Initiative wird bereits erfolgreich in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen umgesetzt. Weitere Informationen unter www.sepp-herberger.de/Resozialisierung

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