GdP-Vorsitzender Malchow fordert „smarte“ Polizei

29. November 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Eine flächendeckende Ausstattung mit „smarten“ polizeilichen Informations- und Ermittlungssystemen hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, auf einer Fachtagung seiner Organisation in Brüssel gefordert. Vor rund 300 Sicherheitsexperten sagte Malchow am Dienstagabend: „Jede Polizeibeamtin und jeder Polizeibeamte muss alle notwendigen Informationen über eine verdächtige Person auf Knopfdruck erhalten können, die in Deutschland gespeichert sind.“
Die Fachveranstaltung der GdP in Kooperation mit der Cyber Akademie (CAk) GmbH unter Schirmherrschaft der Hessischen Landesvertretung in Brüssel stand unter dem Tagungsmotto: „Internationaler Terrorismus – OK – Cybercrime – aktuelle und zukünftige Herausforderungen für die Polizei?“

Jeden Tag acht Festnahmen

Angesichts der Bedrohung durch Terrorismus und Cyber-Kriminelle seien die Vorratsdatenspeicherung, Quellen-TKÜ und personalintensive Strukturermittlung unverzichtbar, so Malchow.

Für eine weitere Verbesserung des polizeilichen Informationsaustauschs und der Koordination der polizeilichen Zusammenarbeit sprach sich der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, aus. Das Schengener Informationssystem (SIS) sei als zentrales europäisches Fahndungssystem bereits eine Erfolgsgeschichte, sagte er. Polizeibeamte aus 30 Staaten könnten auf rund 75 Millionen Fahndungsdaten zugreifen. Münch betonte: „Im Schnitt haben wir jeden Tag acht Festnahmen mit Deutschlandbezug.“ Dennoch sei angesichts der Bedrohungslage ein intelligentes, effizientes Informations- und Datenmanagement das A und O für eine moderne und effektive Polizei. Der BKA-Chef: „Dies gilt sowohl im nationalen wie auch im europäischen Kontext.“

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