Kunst kennt keine Grenzen – Woche der Knastkultur startet!

16. November 2017 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Strafvollzug | Drucken

Der Minister der Justiz Peter Biesenbach hat die erste landesweite Woche der Knastkultur im nordrhein-westfälischen Justizvollzug in Düsseldorf eröffnet:

„Knast und Kunst sind Begriffe, die sich auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen. Dabei ist das Gegenteil der Fall! Der deutsche Aphoristiker Peter Rudl hat einmal gesagt: ‚Kunst ist der natürliche Feind der Normalität!‘ Und damit beschreibt er zweifellos den weit überwiegenden Teil der Biographien der Menschen, mit deren Kunst sich die Woche der Knastkultur beschäftigt. Denn bei ihnen war die Kunst vor ihrer Inhaftierung kein Bestandteil des Lebens. Erst durch das Wegsperren sind diese Menschen zur Kunst gekommen. Denn während der Haft haben die Gefangenen Zeit, sich mit ihren Werdegängen, ihren Taten und natürlich auch ihren Hoffnungen und Ängsten für die Zukunft auseinanderzusetzen. Und daraus folgt bei vielen Gefangenen der Drang, sich mit diesen Themen auch künstlerisch zu beschäftigen. Diesen Drang fördern wir.“ Und er fügte hinzu: „Denn Kunst hat auch eine hohe integrative Kraft. Die Inhaftierten erkennen, dass sie sich so ausdrücken und mitteilen können. Gleichzeitig können sie auch ihr Gegenüber besser verstehen und dessen künstlerische Leistung anerkennen. Für viele von ihnen ist es die erste Anerkennung ihrer Arbeit oder ihrer Persönlichkeit überhaupt.“

20 der insgesamt 36 Justizvollzugsanstalten beteiligen sich an diesem besonderen Projekt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die Justizvollzugsanstalten: Aachen, Bielefeld-Brackwede, Bielefeld-Senne, Bochum-Langendreher, Castrop-Rauxel, Dortmund, Düsseldorf, Geldern, Gelsenkirchen, Hagen, Heinsberg, Herford, Hövelhof, Iserlohn, Remscheid, Rheinbach, Schwerte, Werl, Willich I und Wuppertal-Ronsdorf.

Das nachfolgend verlinkte Programmheft

http://www.knastkultur.de/projekte/kunst/kkw_2017/img/kkw_programmheft_2017.pdf

zeigt die Vielfalt und das Engagement der inhaftierten Menschen, die mit ihrem künstlerischen Schaffen und kreativen Ideen maßgeblich zu dem Programm der Knastkultur Woche beigetragen haben. Ohne die Unterstützung der vielen Kolleginnen und Kollegen aus den Justizvoll-zugsanstalten wäre dieses großartige und umfangreiche Programm nicht möglich gewesen.

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