Richtungsweisender Bundesdelegiertentag des BDK in Suhl

14. November 2017 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

André Schulz wurde mit großer Mehrheit für weitere vier Jahre zum Bundesvorsitzenden des BDK gewählt. Um ihn herum hat sich ein verjüngter geschäftsführender Bundesvorstand gebildet, als Neuerung wurde eine Tarifbeschäftigte zu einer stv. Bundesvorsitzenden gewählt. Wir sind sehr sicher, dass sich dieses Team bewähren und die erfolgreiche Arbeit des BDK nahtlos fortführen wird.

Die Delegierten haben viele Beschlüsse gefasst und u.a. ein richtungsweisendes und innovatives Thesenpapier zur deutschen Sicherheitsarchitektur erstellt. Dieses wurde bei der Preisverleihung „Bul le merite“ an unseren Bundesinnenminister der Öffentlichkeit vorgestellt. In einem Passus des Papiers heißt es:

„Der BDK fordert auch bei der Bundespolizei die Kriminalitätsbekämpfung aus einer Hand. Es sollten alle Aufgabenfelder der Kriminalitätsbekämpfung in einer eigenständigen Direktion K zusammengefasst werden. Dazu gehören auch eine Kriminalistenlaufbahn sowie ein krimina-listisches Fortbildungsinstitut in der Bundespolizei.“

Der ehemalige Präsident des BKA, und jetzige Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates des BDK, Jörg Ziercke, hielt eine hervorragende persönliche und mit einer Reihe kriminalpolitischer Forderungen gespickte Laudatio.

Der Preisträger, Thomas de Maiziere, deutete in seiner anschließenden Rede an, dass neben den bereits beschlossenen Stellenmehrungen (7.500 für die BPOL) in der kommenden Legislatur mit weiteren 7.500 zusammen für BPOL und BKA zu rechnen sei. Auch das Thema Ausbildung sprach der Minister an. Während der BDK den Direkteinstieg K fordert, scheint er ein Befürworter der so genannten Y-Ausbildung zu sein.

Das ist aus Sicht des BDK BPOL unproblematisch, weil es bereits ein Quantensprung wäre, wenn in der Bundespolizei nach einer wie auch immer gearteten „Grundausbildung/ Grundstudium“ im weiteren Ausbildungsverlauf eine Spezialisierung erfolgen würde. (die im Übrigen nicht nur für den Bereich Kriminalitätsbekämpfung dringend nötig wäre).

In diesem Zusammenhang begrüßt und unterstützt der BDK die entsprechenden Überlegungen im BPOLP hinsichtlich einer „Verwendungsfortbildung Kriminalitätsbekämpfung“.

Mit dem Nachklang der vielen Eindrücke der vorausgegangenen Veranstaltung gingen dann die Delegierten und Ehrengäste zu Abendessen und anschließendem „Get together“ Die Delegierten der Bundespolizei nahmen die günstige Gelegenheit wahr und den anwesenden Abteilungsleiter Kriminalitätsbekämpfung, Direktor Mathias Schaef, in ihre Mitte. So kam es am Rand des Delegiertentages zu einer stundenlangen und sehr intensiven Erörterung verschiedenster kriminalistischer Belange der Bundespolizei.

Durch die Steilvorlage des Ministers und die langjährigen Forderungen des BDK ermuntert, wurde u.a. sehr intensiv über die Möglichkeit einer Y-Ausbildung mit Spezialisierung innerhalb der Bundespolizei diskutiert.

Herr Schaef zeigte sich an den diesbezüglichen Überlegungen des Verbandes sehr interessiert, zumal es neben der zunehmenden Spezialisierung der Kriminalitätsbekämpfung unstrittig ist, dass der Überalterung des kriminalpolizeilichen Aufgabenbereiches in der BPOL und den nicht ausreichenden Kapazitäten in der Fortbildung dringend zu begegnen ist.

Herr Schaef, der sich im Kreis „seiner Bundespolizeikriminalisten“ offenbar sehr wohl fühlte, nahm eine Einladung zu unserer nächsten Fachveranstaltung im März 2018 in Rostock an, die der BDK BPOL gemeinsam mit dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern zum Thema „Identitätsbetrug – im Licht politisch motivierter Kriminalität“ (Arbeitsbegriff) durchführen wird.

Der gesamte Delegiertentag, insbesondere jedoch die Fachveranstaltung, die unter der Überschrift „Kriminalität 4.0 trifft auf Sicherheitsarchitektur 1.0 – Ist der Föderalismus zukunftsfähig?“ stand, verlief insgesamt sehr harmonisch, brachte viele neue Erkenntnisse und wurde von nicht wenigen als eine „Sternstunde des BDK“ bezeichnet.

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