Sportminister fordern größere Anstrengungen zu Gewaltfreiheit im Fußball

13. November 2017 | Themenbereich: Aktuell, Bremen | Drucken

Die 41. Sportministerkonferenz (SMK) hat den Deutschen Fußballbund und die Deutsche Fußball Liga aufgefordert, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen, in ihren Ligen zu einem gewaltfreien Spielbetrieb zu gelangen“. Sie machte dabei deutlich, dass „die Unterstützung durch die Öffentliche Hand“ nur zurechtfertigen sei, wenn die Verbände eine konsequente Haltung gegen Gewalt und Extremismus erkennen ließen. Dazu zählten die Sportminister auch Bemühungen zum Eindämmen der Gefährdung von Zuschauern durch Pyrotechnik. Die bisherigen Bemühungen der Verbände hätten bislang nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt, heißt es in einem Beschluss der Sportminister der Länder. In der Saison 2016/17 seien 669 Verfahren wegen des Einsatzes von Pyrotechnik eingeleitet worden, 18 Prozent mehr als in der Vorsaison. Dabei seien 50 Personen bei Spielen der ersten, zweiten und dritten Bundesliga verletzt worden.
„Damit wird der Sport immer mehr zu einem Gesundheitsrisiko für die Zuschauer“, sagte Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann im Anschluss an die SMK im saarländischen St. Wendel. „Das können wir nicht tatenlos hinnehmen. Die Fußballverbände müssen ihre Anstrengungen verstärken, diese Risiken spürbar einzudämmen.“ Die Verbände werden mit dem SMK-Beschluss nun aufgerufen, die Strukturen der Sicherheit und Fanarbeit weiter auszubauen und die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören auch die Qualifizierung der Ordnungsdienste und der Ausbau von Präventions- und Dialogstrukturen mit Fangruppen. „Sportliche Großereignisse stehen nicht für sich, sie sollen für den Sport begeistern und damit auch den Breitensport fördern“, sagte Senatorin Stahmann. „Das geht aber auf Dauer schief, wenn er zunehmend Tummelplatz gewaltbereiter Fan-Lager ist, und wenn Ausschreitungen und Gewalt den friedlichen sportlichen Leistungsvergleich überschatten.“

Kernthema der zweitägigen Sportministerkonferenz war der Spitzensport. Unter anderem hat sie eine Liste mit möglichen Bundesstützpunkten für den Leistungssport verabschiedet, auf deren Grundlage das Bundesinnenministerium gebeten wird, das erforderliche Anerkennungsverfahren einzuleiten. „Wir haben damit einen wesentlichen Fortschritt in der Diskussion um die Leistungssportreform erreicht“, sagte der SMK-Vorsitzende Klaus Bouillon bei der abschließenden Pressekonferenz.

Weitere Themen waren unter anderem Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt im Sport, Barrierefreiheit von Sportstätten und Dopingbekämpfung im Sport.

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