Dietmar Schilff als Vorsitzender der GdP Niedersachsen bestätigt

8. November 2017 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen hat am Dienstag, 7. November 2017, bei ihrem 31. Ordentlichen Landesdelegiertentag in Osnabrück ihren neuen geschäftsführenden Vorstand gewählt. Mit großer Mehrheit wurde dabei Dietmar Schilff im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Desweiteren wurden vier Stellvertreter-/innen, ein Landesschriftführer mit Stellvertreter sowie ein Kassierer mit Stellvertreterin gewählt.
„Vielen Dank fürs Vertrauen, für dieses Super-Ergebnis“, sagte der 55-jährige Polizeihauptkommissar nach dem Votum der 140 Delegierten. Er versprach, sein Engagement im Sinne aller Polizeibeschäftigten gemeinsam mit einem starken Team fortzusetzen: „Wir sind in Niedersachsen im wohlverstandenen Sinne machtvoll und durchsetzungsstark. Wir fordern die jeweilige Landesregierung und die im Landtag arbeitenden Parteien immer konstruktiv-kritisch und, wenn es notwendig ist, auch hart in der Sache. Die GdP ist und bleibt parteipolitisch unabhängig, aber natürlich nicht politisch neutral. Wir sind parteiisch für unsere Mitglieder und das werden wir auch bleiben.“
Rückblick und Ausblick

Die GdP Niedersachsen wählt alle vier Jahre ihren geschäftsführenden Vorstand. Schilff, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP ist, war erstmals im Jahr 2011 zum Landesvorsitzenden in Niedersachsen bestimmt worden. Insbesondere von 2013 bis 2017 habe die GdP in Niedersachsen viel erreichen können, sagte er in seiner Rede. Zum Beispiel konnten 2.500 Beförderungen, angemessene Tarif- und Besoldungserhöhungen sowie zusätzliche Neueinstellungen durchgesetzt werden, sagte Schilff. Als Erfolg wertete er unter anderem auch die Erhöhung der Zulagen für den „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ (DuZ-Zulage) und der Zulagen für Spezialeinheiten sowie die Verbesserung der Ausstattung der Polizei und die geplante Einführung von Body-Cams.

Trotzdem rangierten die niedersächsischen Polizeibeamtinnen und -beamten auf der Besoldungsskala im Vergleich zu den anderen Bundesländern und zum Bund immer noch auf dem viertletzten Rang. Schilff betonte, die GdP erwarte hier eine drastische Verbesserung. Zudem müssten endlich die Wartezeiten bis zu einer Beförderung vom Einstiegsamt A 9 (Kommissar/-in) auf A 10 (Oberkommissar/-in) verkürzt werden. Außerdem gebe es noch immer das ungerechte Beurteilungssystem, kritisierte der neu gewählte Landesvorsitzende.
Erweiterung des Vorstands: Jetzt vier Stellvertreter
Die Delegierten beschlossen, den geschäftsführenden Vorstand um ein Mitglied zu erweitern. Grund dafür ist das größer gewordene gewerkschaftliche Aufgaben- und Themenspektrum, dem sich die GdP als Berufsvertretung aller Polizeibeschäftigten widmet. Somit gehören dem Gremium neben dem Vorsitzenden nunmehr vier Stellvertreter/-innen sowie ein Kassierer mit Stellvertreterin und ein Schriftführer mit Stellvertreter an.

Der neue geschäftsführende Vorstand der GdP Niedersachsen im Kurzportrait:

Vorsitzender: Dietmar Schilff (55), BG Braunschweig/KG Braunschweig, Polizeihauptkommissar, Polizeiinspektion Braunschweig, als Polizeihauptpersonalrat tätig im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, stellv. Bundesvorsitzender der GdP: „Antrieb für meine Arbeit in der GdP ist die gewerkschaftliche Solidarität. Ich setze mich auf verschiedenen politischen Ebenen im Sinne aller Polizeibeschäftigten ein, also für Vollzugs- und Verwaltungsbeamtinnen und -beamte wie auch für die Tarifbeschäftigten. Nur eine gut aufgestellte und gerecht bewertete Polizei kann auf Dauer mithelfen, die innere Sicherheit und damit unser Gemeinwesen und die Demokratie zu stärken. Dafür müssen die Bedingungen stimmen und die Aufgabenbereiche innerhalb der niedersächsischen Polizei attraktiv sein. Auch wenn es noch viel zu tun gibt, haben wir in vergangenen Jahren schon sehr viel erreicht. Daran will ich in der nächsten Amtszeit mit einem starken Team anknüpfen.“

Stellvertretende Vorsitzende: Elke Gündner-Ede (61), BG Braunschweig/KG Salzgitter, Verwaltungsangestellte in der Polizeiinspektion Salzgitter, als stellvertretende Vorsitzende im Polizeihauptpersonalrat tätig im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport: „Ich engagiere mich im Bereich Tarif-, Frauen- und Sozialpolitik. Eine zentrale Aufgabe sehe ich in der nächsten Zeit in der Realisierung von Perspektiven für die Kolleginnen und Kollegen, die in der Verwaltung beschäftigt sind. Die Ergebnisse der Landesarbeitsgruppe Verwaltung müssen unbedingt umgesetzt werden. Die Möglichkeiten der Freisetzung müssen dazu führen, dass auch für Beschäftigte und Verwaltungsbeamtinnen und -beamte gerechte Eingruppierungen realisiert werden.“

Stellvertretender Vorsitzender Martin Hellweg (55), BG Lüneburg/KG Lüneburg, Erster Kriminalhauptkommissar in der Polizeidirektion Lüneburg, als Vorsitzender des Polizeihauptpersonalrats tätig im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport: „Ich engagiere mich in der GdP, da ich davon überzeugt bin, dass es den Beschäftigten im öffentlichen Dienst ohne eine starke Gewerkschaft wesentlich schlechter ginge. Die GdP als mit Abstand größte Gewerkschaft ist in allen Bereichen anerkannt, wird gehört und kann auch etwas bewegen. Wichtig ist mir, die gute Arbeit fortzusetzen, die Junge Gruppe zu stärken und so den Generationswechsel in der GdP mitzugestalten. Daneben müssen insbesondere im Bereich Tarif und Verwaltung und bei der ersten Beförderungsmöglichkeit des Polizeivollzuges Verbesserungen erreicht werden.“

Stellvertretender Vorsitzender: Kevin Komolka (29), BG Göttingen/KG Hildesheim, bis 2017 Angehöriger der Technischen Einsatzeinheit bei der ZPD Niedersachsen sowie der 5. Bereitschaftspolizeihundertschaft, zurzeit tätig im Einsatz- und Streifendienst in der Polizeiinspektion Hildesheim, Bundesjugendvorsitzender JUNGE GRUPPE (GdP): „Ich möchte mich weiter im geschäftsführenden Vorstand der GdP engagieren, weil ich der festen Überzeugung bin, dass wir nur eine moderne und zukunftsfähige Polizei werden und eine gute und bürgernahe Polizei bleiben können, wenn wir uns als stärkste Interessenvertretung der Beschäftigten der Polizei an dieser Entwicklung beteiligen, mit gutem Beispiel und guten Ideen vorangehen, uns keinen Themen verschließen und immer den Blick auf die Gesamtorganisation Polizei behalten – dafür stehe ich ein!“

Stellvertretender Vorsitzender: Jörg Mildahn (55), Bezirksvorsitzender BG Oldenburg/KG Osterholz, im Kriminal- und Ermittlungsdienst im Polizeikommissariat Osterholz und Leiter der Polizeistation Lilienthal, zu 50 Prozent freigestelltes Mitglied im Personalrat: „Ich engagiere mich mittlerweile seit 12 Jahren im geschäftsführenden Vorstand der GdP Niedersachsen und bin zudem Mitglied im Bundesvorstand der GdP. Dabei sind Kriminalitätsbekämpfung und Prävention Schwerpunkte meiner Arbeit. Darüber hinaus organisiere ich die Bildungsarbeit in der GdP Niedersachsen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert werden konnte.“

Landeskassierer: Sascha Göritz (43), BG Braunschweig/KG Goslar, Polizeihauptkommissar und Dienstabteilungsleiter im Einsatz- und Streifendienst in der Polizeiinspektion Goslar: „Ich engagiere mich in der GdP, weil ich selbst nicht ohnmächtig den Entscheidungen anderer hinterher schauen möchte, sondern weil ich fest daran glaube, dass man über Beteiligung und Mitnahme anderer die besten Ergebnisse erzielen kann. Mit meinen täglichen praktischen Erfahrungen an der Polizeibasis möchte ich mich im gewerkschaftlichen Dialog nicht in die bequeme Schmollecke zurückziehen und vielleicht noch den Zeigefinger heben, sondern aktiv an der Meinungs- und Willensbildung in der GdP mitwirken.“

Stellvertretende Landeskassiererin: Petra Franzen (58), BG ZPD Niedersachsen, Verwaltungsbeamtin, Dezernatsleiterin 13 (Finanz- und Liegenschaftsmanagement) in der ZPD Niedersachsen: „Schwerpunktmäßig möchte ich mich weiter für die Perspektiven der Beamten und Beschäftigten in der Polizeiverwaltung einsetzen, insbesondere für die Möglichkeiten der Kolleginnen und Kollegin im mittleren Dienst. Außerdem sind die Bündelungsbewertung für die Verwaltung, das Dienstpostenkonzept Verwaltung und die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes wichtige Themen für mich.“

Landesschriftführer: Sebastian Timke (35), BG Göttingen/KG Nienburg, Dienstschichtleiter im Polizeikommissariat Bad Nenndorf: „Nachdem ich neun Jahre lang in verschiedenen Funktionen im geschäftsführenden Landesjugendvorstand, zuletzt bis März 2017 als Landesjugendvorsitzender in der GdP Niedersachsen mitgearbeitet habe, möchte ich diese Arbeit im geschäftsführenden Landesvorstand gerne fortsetzten. Mir liegen besonders die Arbeitsbedingungen und die Verbesserung der Ausrüstung der Kolleginnen und Kollegen im Einsatz- und Streifendienst, aber auch in operativen Einheiten am Herzen, da ich selber im ESD tätig bin und lange in einer PI Fahndung tätig war.“

Stellvertretender Landesschriftführer: Andreas Kauß (52), BG Oldenburg/KG Oldenburg-Stadt, Tarifbeschäftigter im Dezernat 21 (Sachbearbeiter Haushalt) in der Polizeidirektion Oldenburg, stv. Vorsitzender des Bezirkspersonalrats: „Die stetige Weiterentwicklung des TV-L liegt mir sehr am Herzen. Deshalb engagiere ich mich in der Tarifkommission. Aber insbesondere auch die Themen Aus- und Fortbildung, Veränderung von Arbeitszeiten oder Digitalisierung müssen über ‚gewerkschaftliches Einmischen‘ mitgestaltet werden. Diese Themen aus Sicht aller Polizei-Beschäftigten zu betrachten, macht die gewerkschaftliche Arbeit in der GdP für mich aus. Ich möchte mein Engagement und Wissen einbringen, wenn es darum geht, die Veränderungen der Arbeitswelt zu gestalten.“

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