Wer als Polizist Regeln durchsetzen soll, muss sich selbst an Regeln halten

6. November 2017 | Themenbereich: Aktuell, Berlin | Drucken

Im Hinblick auf das veröffentlichte Audio-Statement eines Polizeiausbilders sowie uns bekannt gewordenen Vorfällen blickt der BDK Berlin besorgt auf die Qualität der Ausbildung bei der Polizei sowie den Nachwuchs beim mittleren Dienst der Schutzpolizei. „Das Problem sind die Sparmaßnahmen der letzten Jahre!“, so der BDK-Landesvorsitzende Michael Böhl.

„Es wurde so massiv gespart, dass die Polizei nun dem Personalbedarf hinterherläuft und offenbar nicht genügend qualifizierte Bewerber für die vorhandenen Plätze findet“, so Michael Böhl weiter.

Es besteht die Gefahr, dass die Behörde diese freien Plätze nun mit nicht geeigneten Bewerbern füllt. Aus guten Gründen wurde vor langer Zeit die zweigeteilte Laufbahn auch für die Schutzpolizei beschlossen – allein die Umsetzung ist offenbar nicht realisierbar. Wenn nun schon der mittlere Dienst der Polizei fortgesetzt wird, dann dürfen die Einstellungskriterien soziale und interkulturelle Kompetenz nicht außeracht lassen.

„Keinesfalls darf darauf abgestellt werden, dass die Sozialisierung von Polizeinachwuchs bei der Ausbildung beginnt. Auch von jugendlichen Azubis bei der Polizei darf man schon bei der Einstellung ein angemessenes Maß an gesellschaftlicher Bildung voraussetzen!“, ergänzte der stellv. Landesvorsitzende Daniel Kretzschmar. „Die deutsche Sprache in Wort und Schrift ist das wichtigste Handwerkszeug des Polizeibeamten. Sie ist Grundlage der Kommunikation mit dem Bürger, sie ist Grundlage aller Aktenführung und sie ist außerdem Grundlage der Urteilsfindung in jedem Strafprozess, bei dem diese Kolleginnen und Kollegen häufig als glaubhafte Zeugen auftreten müssen.“, führt Kretzschmar weiter aus.

Es darf nicht dazu kommen, dass in der Polizei Personen ihren Dienst versehen, die die Anforderungen nur nach dem Motto „Augen zu und durch“ erfüllen, respektloses oder kriminelles Verhalten an den Tag legen oder sogar mit der Organisierten Kriminalität an einem Tisch sitzen.

„Bei aller Fehlertoleranz, die auch zu einem Ausbildungsprozess gehört, müssen wir genauso an die Folgen von großzügiger Einstellungs- und Ausbildungspolitik denken. Wir bilden Polizeibeamte aus, die anderen Vorbild sein sollen, die Wohlverhalten durchsetzen und Kriminalität ahnden sollen. Dazu sind sie mit tiefgreifenden Eingriffsrechten und u.a. einer Schusswaffe ausgestattet – da darf jeder Bürger zurecht eine hohe charakterliche Integrität erwarten.“, so der Landesvorsitzende Michael Böhl abschließend.

 

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