Wachsame Nachbarn können Einbrüche verhindern

26. Oktober 2017 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Kriminalität | Drucken

Aufmerksame Nachbarn oder Zeugen konnten 2016 im Zusammenspiel mit Sicherheitstechnik rund 566 Einbrüche verhindern. Das Land fördert 16 innovative kommunale Projekte zur Verhinderung von Wohnungseinbruchdiebstählen und zurVerbesserung des Sicherheitsgefühls und der Nachbarschaftsförderung.

Ein aufmerksamer Nachbar berichtete im Juli dieses Jahres: „An den Vorfall kann ich mich noch gut erinnern. Es war Montag schon spät am Abend als ich ins Bett wollte. In meinem Zimmer konnte ich feststellen, dass der Bewegungsmelder meiner Nachbarn angegangen war. Da mir bekannt war, dass meine Nachbarn im Urlaub sind, habe ich mich gewundert und aus dem Fenster geschaut.“ Durch das aufmerksame und vorbildliche Verhalten des „wachsamen Nachbars“ konnte in diesem Fall ein Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) verhindert werden. Außerdem gelang aufgrund der umgehenden Alarmierung der Polizei und der guten Täterbeschreibung die Festnahme des Täters.

Dieser Sachverhalt steht beispielhaft für eine Vielzahl von versuchten Einbrüchen, die durch eine funktionierende und aufmerksame Nachbarschaft verhindert oder aufgeklärt werden konnten. Denn neben Politik und Polizei sind vor allem aufmerksame Bürgerinnen und Bürger gefragt, die einen bedeutenden Beitrag bei der Bekämpfung des WED leisten können. So konnten im Jahr 2016 insgesamt rund 566 Einbrüche durch aufmerksame Nachbarn oder Zeugen im Zusammenspiel mit Sicherheitstechnik verhindert werden.

Zivilcourage und eine gelebte Kultur des Hinschauens

Zivilcourage und eine gelebte Kultur des Hinschauens sind essentiell, um Einbrüche auch zukünftig erfolgreich und konsequent entgegentreten zu können. Bisherige Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Phänomen des Wohnungseinbruchsdiebstahls vor allem dann erfolgsversprechend bekämpft wird, wenn alle gesellschaftlichen Akteure gemeinsam handeln.

Durch einfache aber effektive Verhaltensmuster, wie beispielsweise der bewussten Wachsamkeit für Unregelmäßigkeiten in der eigenen Nachbarschaft sowie eine schnelle Verständigung der Polizei bei ungewöhnlichen Vorkommnissen, kann jeder Einzelne einen Beitrag zur Sicherheit leisten.

Um für die Umsetzung dieser einfachen Verhaltensmuster zu werben, wurden dem Projektbüro Kommunale Kriminalprävention (KKP), welches beim Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration angesiedelt ist, durch die beiden Regierungsfraktionen 200.000 Euro gezielt für die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls zur Verfügung gestellt und das Projekt „Prävention von Wohnungseinbrüchen durch eine wachsame Nachbarschaft“, kurz PWN, ins Leben gerufen.

Förderung für 16 innovative Konzepte

„Die nun vorliegenden 16 innovativen Konzepte zeigen, dass kommunale Initiativen ein gutes Mittel sind, den Einbrechern das Handwerk in Baden-Württemberg noch schwerer zu machen“, sagte Landespolizeipräsident Gerhard Klotter bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide heute in Stuttgart. 16 innovative Konzepte in baden-württembergischen Kommunen, die der Verhinderung von Wohnungseinbruchdiebstählen, der Verbesserung des Sicherheitsgefühls und der Nachbarschaftsförderung dienen, werden mit bis zu 10.000 Euro pro Projekt gefördert.

„Mit der Projektausschreibung wurde gezielt die Kultur einer wachsamen Nachbarschaft gefördert. Diese bildet neben vielen weiteren Maßnahmen einen der Schwerpunkte in einem sehr breit angelegten Bekämpfungskonzept gegen Wohnungseinbruchsdiebstahl der Polizei Baden-Württemberg“, so Landespolizeipräsident Gerhard Klotter.

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