„25 Jahre Präventionsarbeit in Hessen haben etwas bewirkt“

26. Oktober 2017 | Themenbereich: Hessen, Prävention | Drucken

„Bei der Präventionsarbeit sind alle als Partnerinnen und Partner gefragt – von Justiz und Polizei, über Arbeits-, Sozial- und Bildungswesen. Seit nunmehr 25 Jahren leistet der Landespräventionsrat in vielen Arbeitsgruppen und unzähligen Projekten enorm wichtige Arbeit bei der Kriminalprävention. Es lohnt sich zu feiern, dass uns dies in Hessen, als eines der Pionierländer in diesem Bereich, so gut gelungen ist“, so die Justizministerin.

Die Sachverständigenkommission für Kriminalprävention der Hessischen Landesregierung (Landespräventionsrat) wurde 1992 auf Vorschlag des hessischen Justizministeriums als bundesweit zweiter Landespräventionsrat eingerichtet. „Die damalige Vorreiterstellung haben wir seit dem sehr gut genutzt“, so die Justizministerin. Dem Landespräventionsrat gehören derzeit 33 Personen an. Diese arbeiten bei gesellschaftlichen und nichtstaatlichen Organisationen wie Religionsgemeinschaften, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Landesfrauenverbänden, in der Versicherungswirtschaft, Sozial- und Rechtswissenschaft, beim Landessportbund etc. oder vertreten andere Institutionen. Darüber hinaus sind Mitarbeiter des Justiz-, Innen-, Kultus- und Sozial- sowie des für die Wohnungsbaupolitik zuständigen Ministeriums beteiligt. Der Landespräventionsrat unterstützt mithilfe der Geschäftsführung und dem Hessischen Ministerium der Justiz die Präventionsarbeit vor Ort.

Der Landespräventionsrat beschäftigt sich in elf Arbeitsgruppen mit den Themen „Gewalt und Minderheiten“, „Gewalt im häuslichen Bereich“, „Prävention für ältere Menschen“, „Jugendkriminalität“, „Ladendiebstahl“, „Praxisorientierte Erfolgskontrolle“, „Bekämpfung illegaler Graffiti“, „Gewalt im öffentlichen Raum bei Schülerinnen und Schülern“, „Vernachlässigung von Kindern“, „Sport und Prävention“ sowie „Suchtprävention“ und koordiniert deren Tätigkeiten. Heute gibt es in Hessen weit über 170 kommunale Gremien und Zusammenschlüsse sowie eine große Anzahl einzelner Präventionsprojekte.

Ressortübergreifende Präventionsarbeit

„Die breite Aufstellung der Präventionsthemen zeigt, dass die Justiz die vor 25 Jahren geborene Idee der landesweiten und ressortübergreifenden Präventionsarbeit nicht nur aufgegriffen und weiterentwickelt hat. Aufklärung und Kriminalprävention ist inzwischen ein fester Bestandteil der Gesellschaft überhaupt“, so die Justizministerin, und weiter: „Prävention muss 1. ressortübergreifend, 2. unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger und 3. vor Ort erfolgen. Dank der langen Präventionstradition in Hessen können wir heute ganz neue Präventionsprojekte erfolgreich umsetzen, wie die Häuser des Jugendrechts, das Netzwerk Deradikalisierung im Strafvollzug (NeDiS) aber auch die Rechtsstaatsklassen, die landesweit an etwa 80 Standorten organisiert sind.“

„Eines der Erfolgsprojekte in Hessen sind die Häuser des Jugendrechts. Wir haben nicht nur die Jugendkriminalität signifikant verringert, wir haben mit der ressortübergreifenden Arbeit auch viele kriminelle Karrieren im Keim erstickt und so auch einen aktiven Opferschutz betrieben“, so die Justizministerin.

„Präventionsarbeit ist auch immer ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklungen. Aktuelle Entwicklungen haben deshalb auch immer Einfluss auf die Auswahl der Themen und Projekte“, so Eva Kühne-Hörmann, die fortfuhr: „Heute wäre Präventionsarbeit ohne Anstrengungen im Salafismus- und Extremismusbereich gar nicht mehr denkbar. Deshalb gibt es heute NeDIS als Teil der Präventionsarbeit in Haft und andere Netzwerke zur Bekämpfung der Radikalisierung. Auch die frühe Aufklärung über die Extremismusgefahren gehört zur erfolgreichen Präventionsarbeit. Ein Beispiel ist das Schulprojekt ‚Wir gegen Salafisten‘, das mit dem Präventionspreis des Landespräventionsrates ausgezeichnet wurde. Beides ist enorm wichtige Präventionsarbeit gegen religiöse Radikalisierung, die dort ansetzt, wo sie auch wirken soll“.

Dass der feierliche Festakt in den Räumlichkeiten der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden stattfand, unterstreicht die Präventionsidee: Nicht nur die Aufklärung im Vorfeld möglicher Straftaten, sondern gerade die Täterarbeit zur Aufarbeitung einer Straftat ist Präventions- und damit Zukunftsarbeit. „Die beste Art Kriminalität zu bekämpfen ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Präventionsarbeit muss aber auch bei den straffällig gewordenen Menschen, den Tätern, ansetzen. Deshalb ist der Ort der Veranstaltung gut gewählt“, so die Justizministerin, und weiter: „An keinem anderen Ort treffen Strafe und Prävention so zusammen, wie in einer Vollzugsanstalt. Auch hier wird durch intensive Täterarbeit erfolgreiche Präventionsarbeit geleistet.“ Von dem Ergebnis konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung selbst überzeugen: Die Aufführung des Theaterstückes „Die Räuber – Ein Dokumentardrama“ durch das Ensemble der Werft – Kulturbühne in der JVA Wiesbaden – rundete das Programm ab.

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