Europaweite Schwerverkehrskontrollaktion Truck and Bus

17. Oktober 2017 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

 

Vom 9. bis zum 15. Oktober 2017 haben im Rahmen der Schwerverkehrskontrollaktion ‚Truck and Bus‘ europaweit gezielte Lkw- und Buskontrollen stattgefunden. Die Bayerische Polizei hat sich an der vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk ‚TISPOL‘ koordinierten Schwerpunktaktion am 11. und 12. Oktober beteiligt. „Unsere Polizistinnen und Polizisten kontrollierten an beiden Tagen in Bayern rund 4.458 Lkw und 79 Omnibusse“, gab heute Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann zur Kontrollbilanz bekannt. Die Bayerische Polizei musste 651 Fahrzeuge zum Teil wegen mehrfacher gravierender Verstöße beanstanden. Darunter befanden sich auch 46 Gefahrguttransporter. In 630 Fällen lag eine Überschreitung von Lenk- und Ruhezeiten vor. Die Fachleute der Verkehrspolizei stellten insgesamt auch 153 technische Mängel an Lkw fest wie fehlerhafte Beleuchtung, defekte Reifen oder mangelhafte Bremsen. „In 51 Fällen musste die Polizei wegen erheblicher technischer Mängel oder massiver Überschreitung der Lenkzeiten sogar die Weiterfahrt untersagen“, hob der Innenminister hervor und betonte: „Die Bayerische Polizei wird auch weiterhin verstärkt Lkw und Busse kontrollieren, im Interesse der Verkehrssicherheit aller.“

Auf der BAB A 93 in der Oberpfalz kontrollierten die Beamten der Ver-kehrspolizei beispielsweise einen 49-jährigen türkischen Sattelzugfahrer mit einer Lenkzeit von 23 Stunden und 19 Minuten, die nur durch kurze Pausen unterbrochen worden war. Das Bußgeld gegen den Fahrer beläuft sich unter Berücksichtigung weiterer Verstöße auf rund 4.600 Euro. In einem anderen Fall wurde ein 38-jähriger slowakischer Lkw-Fahrer auf der B505 in Oberfranken mit 0,74 Promille Alkohol im Blut aus dem Verkehr gezogen. Auf der BAB A 93 in Oberfranken stoppten die Beamten einen 32-jährigen polnischen Sattelzugfahrer, der unter sichtlich Drogeneinfluss stand. In der Sattelzugmaschine fande die Polizei Marihuana.

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr setzt Herrmann nicht nur auf verstärkte mobile Lkw-Kontrollen: „Wir planen in Bayern neun stationäre Lkw-Kontrollstellen in Anlehnung an ein österreichisches Modell.“ Mit den abgesperrten und gut beleuchteten Kontrollstellen könne die Bayerische Polizei noch besser tageszeit- und witterungsunabhängig ihrer Arbeit nachgehen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Lkw-Kontrollstellen schnellstmöglich einzurichten“, betonte Herrmann. Dazu erarbeite eine Expertengruppe der Bayerischen Polizei zusammen mit den Autobahndirektionen konkrete Vorschläge. Ziel der verstärkten Lkw-Kontrollen sei, die Hauptursachen schwerer Lkw-Unfälle wie fehlender Sicherheitsabstand, nicht angepasste Geschwindigkeit, Übermüdung und technische Mängel noch gezielter zu bekämpfen.

2016 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung in Bayern um 8,7 Prozent auf 4.459. Dabei kamen 36 Menschen ums Leben (2015: 43). 1.785 Personen wurden bei diesen Unfällen verletzt (2015: 1.741). Mehr als zwei Drittel (68,3 Prozent) der Lkw-Unfälle wurden von Lkw-Fahrern selbst verursacht. Laut Herrmann hat die Bayerische Polizei 2016 mehr als 192.000 Verkehrsteilnehmer im Güterverkehr kontrolliert. Mehr als 55.000 Lkw-Fahrer mussten beanstandet werden. Rund 8.000 Fahrzeuge wiesen technische Mängel auf. Außerdem hat die Polizei mehr als 2.700 Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. „Verstärkte Lkw- und Buskontrollen sind daher ein wesentlicher Baustein in unserem Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm 2020 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel'“, erklärte Herrmann (siehe auch www.sichermobil.bayern.de).

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