Aufruf an alle Kommunen, Sicherheitswachten einzurichten

18. September 2017 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute in München im Rahmen ihrer Landeskonferenz den deutlichen Ausbau der Bayerischen Sicherheitswacht angekündigt. „Bis 2020 wollen wir die Zahl der Sicherheitswachtangehörigen bayernweit auf 1.500 aufstocken“, gab Herrmann als Zielmarke vor rund 200 Mitgliedern bayerischer Sicherheitswachten aller Landespolizeipräsidien aus. „Damit werden wir Bayern noch sicherer machen!“ Die Sicherheitswacht steigere durch sichtbare Präsenz das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung und helfe in enger Zusammenarbeit mit der Polizei, Vandalismus und Ordnungsstörungen vorzubeugen. Zudem seien die Beobachtungen der Sicherheitswacht für die Polizei oftmals sehr hilfreich, Straftaten wie etwa Ladendiebstähle, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen aufzuklären. Herrmann bietet deshalb allen Kommunen in Bayern an, die Einführung der Bayerischen Sicherheitswacht im Ort zu prüfen. „Unsere Bayerische Sicherheitswacht ist die ideale Einrichtung, wenn sich Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwohl einsetzen wollen“, so der Innenminister. „Unsere Polizeipräsidien stehen dabei mit Rat und Tat zur Seite.“ +++

Um die Bayerische Sicherheitswacht noch attraktiver zu machen und möglichst viele engagierte Bürgerinnen und Bürger dafür zu gewinnen, setzt der Innenminister auf eine Reihe von Verbesserungen. „Wir haben beispielsweise das Höchstalter von 65 auf 67 Jahre angehoben“, erläuterte Herrmann. Außerdem können Interessenten nun bis zum 62. Lebensjahr der Sicherheitswacht beitreten, statt wie bisher nur bis zum 60. Lebensjahr. „Darüber hinaus haben wir die monatliche Mindesteinsatzzeit von 15 auf fünf Stunden reduziert“, ergänzte der Minister. So seien die Mitglieder zeitlich flexibler.

Nach Herrmanns Worten geht es aber auch um Verbesserungen bei der Ausrüstung sowie bei der Aus- und Fortbildung. Die Grundlage dafür hat eine bayernweite Arbeitsgruppe der Bayerischen Polizei erarbeitet, bei der die Sicherheitswachtangehörigen in Workshops direkt mit eingebunden wurden. Beispielsweise sollen die Sicherheitswachtstreifen laut Herrmann künftig mit moderneren einheitlichen Einsatzjacken ausgestattet werden, die sich an der Uniform der Bayerischen Polizei orientieren. „Dabei werden wir insbesondere auf eine hohe Funktionalität und gute Erkennbarkeit achten.“ Auch die weitere Ausrüstung der Sicherheitswacht soll weiter verbessert werden, unter anderem mit einer modernen Hörsprechgarnitur für das Funkgerät. Darüber hinaus werde derzeit die Einrichtung von präsidiumsübergreifenden Aus- und Fortbildungsverbünden geprüft, um Sicherheitswachtstreifen noch besser auf den Einsatz vorzubereiten.

Aktuell besteht die Bayerische Sicherheitswacht aus 108 Sicherheitswachten in 131 Gemeinden mit 870 Sicherheitswachtangehörigen, davon 302 Frauen. Die Sicherheitswachtstreifen sind vor allem auf öffentlichen Straßen und Plätzen, in den Fußgängerzonen und in Parks unterwegs. Erfahrene Polizistinnen und Polizisten der örtlichen Polizeidienststelle übernehmen deren Aus- und Fortbildung. Auch wird von der Polizei koordiniert, wann und wo die Sicherheitswacht auf Streife geht. „Unsere Sicherheitswachtkollegen sind dabei weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr“, stellte Herrmann fest. „Vielmehr sollen sie bei verdächtigen Vorkommnissen sofort die Polizei informieren, die dann unverzüglich einschreitet.“ Selbst eingreifen sollen die Angehörigen der Sicherheitswacht nur im Ausnahmefall, beispielsweise um in Not geratenen Bürgerinnen und Bürgern zu helfen.

Die Bayerische Sicherheitswacht wurde im April 1994 ins Leben gerufen und nach einem erfolgreichen Pilotversuch 1997 dauerhaft eingerichtet. Seit 2010 können auch in Gemeinden unter 20.000 Einwohnern staatliche Sicherheitswachten eingeführt werden.

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