Wissenschaftsministerin eröffnet internationale Tagung zum Rechtsextremismus in Sachsen

7. September 2017 | Themenbereich: Aktuell, Sachsen | Drucken

„Beim Thema Rechtsextremismus in Sachsen brauchen wir sehr dringend eine verlässliche wissenschaftliche Grundlage“, erklärte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute zur Eröffnung der Tagung „Hochburg des Rechtsextremismus? Sachsen im interregionalen und internationalen Vergleich“ am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT). Die Ministerin begründete: „Die Rechtsextremismuserscheinungen beeinträchtigen das gesellschaftliche Leben, das Image des Freistaats und damit indirekt die wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung zu sehr, als dass wir uns auf unsere gefühlte Wahrnehmung verlassen können. Eine klare wissenschaftliche Diagnose hilft der Politik, den gesellschaftlichen Akteuren, den Sicherheitsbehörden, sich zu positionieren und zu agieren. Rechtsextremismus ist für mich nicht hinnehmbar.“

Auf einer zweitägigen internationalen Tagung diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Fragen, ob Sachsen tatsächlich im Vergleich mit anderen Bundesländern oder gar im internationalen Vergleich als eine Hochburg des Rechtsextremismus anzusehen sei. Damit verbunden ist die Frage: Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten weist eigentlich der „sächsische“ Rechtsextremismus im interregionalen und internationalen Vergleich auf? Als zweites geht es um die Frage nach den Gründen für mögliche sächsische Besonderheiten im Bereich des Rechtsextremismus.

Ministerin Stange erinnert: „Aus seinem Satzungsauftrag heraus hat es das HAIT immer als seinen Auftrag erachtet, zu allen Formen des Extremismus zu forschen. Hierbei wurden die seit langem deutlichen Ausprägungen des Rechtsextremismus in Sachsen, auch im Vergleich mit anderen Bundesländern, untersucht – ebenso wie Wechselwirkungen mit dem Linksextremismus und jüngst auch das Verhältnis zum islamischen Fundamentalismus. Wir haben also auf diesem Fachgebiet eine hohe Kompetenz im Freistaat.“ Sie ergänzt: „Bald nachdem sich im Jahr 2015 der Freistaat Sachsen im Zusammenhang mit Wahlergebnissen, politisch motivierter Gewalt, Aktionen gegen Flüchtlinge und schließlich der Pegida-Bewegung in Negativschlagzeilen sah, hat das HAIT erklärt, dieses wissenschaftlich untersuchen zu wollen. Ich habe dieses Anliegen von Anbeginn außerordentlich begrüßt.

Das Hannah-Arendt-Institut wird vom Freistaat Sachsen institutionell gefördert. Zudem wird für ausgewählte Studien eine Projektförderung gewährt.

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